Die Diskussion um die Filder-Expressbuslinien X4 und X7 hat in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen an Intensität gewonnen. Diese beiden Buslinien stehen vor der drohenden Einstellung, da die zukünftige Finanzierung unklar ist. Die Linien sollen bis Mitte Dezember 2025 weiterfahren, doch Empörung kommt vor allem aus Filderstadt, während in Leinfelden-Echterdingen weniger Protest zu spüren ist. Der Stadtrat von Filderstadt hat bereits auf die Sorgen der Bürger reagiert, da die Linie X7 drei Haltestellen in Stetten bedient, während die X4 dort keine Haltestellen hat.
Stuttgart hatte die Schnellbuslinien vor einigen Jahren eingeführt, um die Luftqualität zu verbessern. Während die Finanzierung ursprünglich 75% durch das Land und 25% durch die Stadt Stuttgart abgedeckt wurde, hat sich dies seit Herbst 2024 geändert: Das Land übernimmt nun nur noch 50% der Kosten. Diese Finanzierungszusage gilt bis Oktober 2027. Der Landkreis Esslingen hatte zunächst geplant, 530.000 Euro zur Mitfinanzierung bereitzustellen, doch der zuständige Ausschuss hat eine Übernahme abgelehnt.
Politischer Druck und Initiativen
Der Bürgermeister von Filderstadt, Carl-Gustav Kalbfell, warnt vor einer offenen Finanzierungssumme von 250.000 Euro und spricht sich gegen eine kritische Mitfinanzierung aus. Oberbürgermeister Otto Ruppaner hat zudem angekündigt, die 77-Linie zugunsten der Expressbusse zu reduzieren. Obwohl die Schnellbusse eine zeitliche Ersparnis bieten – die X7 benötigt 21 Minuten, während die 77-Linie 29 Minuten in Anspruch nimmt – bleibt die Frage nach der Nachhaltigkeit dieser Linien offen.
Im politischen Raum wird weiterhin um den Erhalt der Expresslinien gekämpft. Bundestagsabgeordneter Matthias Gastel setzt sich aktiv für die Fortführung der Linien ein und hat bereits Gespräche mit den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sowie dem Esslinger Landrat geführt. Die Grünen aus Filderstadt haben eine Petition gestartet, die bereits Tausende Unterstützer gewonnen hat.
Die Herausforderungen der Finanzierung
Über 4000 Fahrgäste nutzen täglich die Buslinien, was als starkes Argument für deren Erhalt dient. Stuttgart möchte, dass der Landkreis Esslingen sich an der Finanzierung beteiligt, jedoch hat der Finanzausschuss des Kreistags dies abgelehnt. Angesichts der aktuellen Situation ist die Stadt Stuttgart besorgt, da sie plant, den Betrieb der Linien X4 und X7 voraussichtlich zum 30. September einzustellen.
David Armbruster von den Grünen betont, dass ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr Autofahrer entlasten kann, was die Dringlichkeit der Diskussion um die Expressbuslinien unterstreicht. Stadträtin Sabine Onayli fordert, dass alternative Linien den U6-Halt Stadionstraße anfahren sollten, um die aktuelle Situation zu verbessern.
Die anhaltenden politischen Gespräche und der öffentliche Druck könnten die Entscheidung über die Finanzierung der Filder-Expressbusse noch beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, ob die verantwortlichen Stellen eine Lösung finden, um die wichtige Verbindung für die Bürger aufrechtzuerhalten. Die Situation um die Expressbuslinien steht nicht nur für eine lokale Verkehrsfrage, sondern wirft auch grundlegende Fragen zur Mobilität und zur finanziellen Verantwortung in der Region auf. Krzbb berichtet, dass der Druck auf politische Entscheidungsträger steigt, während die Stuttgarter Nachrichten auf die anhaltenden Bemühungen um eine Lösung hinweisen Stuttgarter Nachrichten.