Ein schwerwiegender IT-Vorfall hat die Forscherfabrik in Schorndorf, ein beliebtes Kinderprojekt, erschüttert. Cyber-Kriminelle griffen Anfang Januar auf ein externes Buchungssystem zu, das für den Online-Ticketverkauf genutzt wird. Laut Berichten von SWR könnten die Angreifer auf persönliche Daten von rund 20.000 Einzelpersonen zugegriffen haben, darunter E-Mail-Adressen, Passwörter und Angaben zu Wohnorten.
Bei der Attacke wurden die Besucher beim Ticketverkauf auf eine Telegram-Seite umgeleitet. Die technische Schwachstelle, die ausgenutzt wurde, scheint nicht spezifisch auf die Stadt Schorndorf gerichtet gewesen zu sein. IT-Experte Mirko Ross erklärt, dass die Hacker wahrscheinlich im Rahmen einer globalen Search nach Schwachstellen in WordPress-Seiten agierten. Die Forscherfabrik, die seit 2017 ein Erfolgsprojekt für die außerschulische Bildung von Kindern ist, hat jährlich etwa 40.000 Ticketkäufe verzeichnet.
Reaktionen auf den Angriff
Nach dem Vorfall wurde das betroffene System zunächst gesperrt und anschließend mit neuen Sicherheitsmaßnahmen wieder in Betrieb genommen. Es bleibt jedoch unklar, ob tatsächlich Daten entwendet wurden. Die Unsicherheit dieser Situation ist auch mit den Empfehlungen der Verbraucherzentrale Niedersachsen verbunden, die dazu rät, bei Datenpannen sofortige Schritte zu unternehmen, um möglichen Identitätsmissbrauch zu verhindern.
Verbraucher sollten in Erwägung ziehen, Ihre Daten zu überprüfen, Passwörter zu ändern und auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Des Weiteren rät die Verbraucherschutzbehörde, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und zu dokumentieren.
Cyber-Sicherheitslage in Deutschland
Die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland bleibt angespannt, wie aus dem jüngsten Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervorgeht. Wie Tagesschau betont, sind Cyberangriffe auf die öffentliche Verwaltung weiterhin hoch, und der Handlungsdruck bleibt bestehen, insbesondere aufgrund geopolitischer Entwicklungen.
Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt gab es in der Reporting-Periode einen Anstieg von 52% bei DDoS-Angriffen. Diese Angriffe zielen häufig darauf ab, das Vertrauen der Bürger in Medien und staatliche Institutionen zu untergraben. Gleichzeitig ist der Bedarf an wirksamen Sicherheitsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen größer denn je, da die meisten Angriffe sich gegen diese Gruppen richten.
In Anbetracht der Synergien zwischen der Situation der Forscherfabrik und der generellen Cyber-Sicherheitslage ist es entscheidend, dass sowohl Verbraucher als auch Organisationen wachsam bleiben und entsprechende Maßnahmen zur Datensicherheit ergreifen.