Am 3. Februar 2026 haben etwa 3.500 Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg ihren Dienst niedergelegt. Dies führte dazu, dass zahlreiche Fahrzeuge in vielen Städten im Depot blieben, was den morgendlichen Berufsverkehr erheblich störte. Besonders betroffen waren Ballungsräume, wo auch Schulbusse ausfielen und viele Pendler gezwungen waren, auf das Auto umzusteigen. Die Fähre am Bodensee zwischen Meersburg und Konstanz konnte ebenfalls nicht fahren. Dieser Warnstreik wurde von der Gewerkschaft ver.di organisiert, um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit zu fordern. Daniel Rungenhagen von der Freiburger Verkehrs-AG betonte, dass trotz der Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste der Streik notwendig sei, um auf die Herausforderungen im Arbeitsalltag hinzuweisen.
Die Forderungen der Gewerkschaft sind klar: ver.di verlangt deutlich bessere Arbeitsbedingungen, einschließlich höherer Nachtzuschläge, mehr Geld für Überstunden sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten. In der aktuellen Tarifrunde ist das Hauptziel, Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, da diese bisher fast jede Verbesserung abgelehnt haben. Oliver Benz, Vorstand der Freiburger Verkehrs-AG, äußerte, dass die Kassen der Kommunen leer seien und hat kein Verständnis für den bundesweiten Streik, da die Verhandlungen erst vor zwei Wochen begonnen wurden.
Bundesweite Auswirkungen des Streiks
Die Streiks, zu denen ver.di für den 3. Februar aufgerufen hat, betreffen insgesamt rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben in ganz Deutschland. In den betroffenen Regionen wird erwartet, dass der öffentliche Nahverkehr „zum Erliegen kommt“. Die Gewerkschaft fordert unter anderem auch eine Verlängerung der Ruhezeiten für die Fahrerinnen und Fahrer. Die Belastung durch ungünstige Arbeitszeiten und Zeitdruck wurde von ver.di-Vorsitzenden Christine Behle hervorgehoben, die auf die Notwendigkeit von Veränderungen im Arbeitsumfeld hinwies.
Erfreulicherweise sind die Züge der Deutschen Bahn am Montag nicht von den Streiks betroffen. Auch S-Bahnen in großen Städten wie Berlin, Hamburg, München und Stuttgart fahren planmäßig. Niedersachsen hingegen bleibt vom Streik ausgenommen, da hier eine Friedenspflicht für rund 5.000 Beschäftigte besteht.
Ausblick auf die Tarifverhandlungen
Die Tarifverhandlungen sollen am Montag, den 9. Februar, in Stuttgart fortgesetzt werden. Während derzeit keine weiteren Streiks im kommunalen Nahverkehr bis dahin geplant sind, ist es nicht auszuschließen, dass ver.di erneut zu Arbeitsniederlegungen aufruft, falls die Verhandlungen nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen. ÖPNV-Betreiber in anderen Bundesländern haben ebenfalls mit den Streiks zu kämpfen, was die gesamte Branche vor neue Herausforderungen stellt.
Die Situation im Nahverkehr ist angespannt, und die kommenden Tage könnten entscheidend für die Zukunft der Arbeitsbedingungen in dieser Branche sein. Die Forderungen nach besseren Bedingungen sind nicht nur eine Reaktion auf die aktuellen Umstände, sondern auch ein Signal an die Arbeitgeber, die Bedürfnisse der Beschäftigten ernst zu nehmen.
Für weiterführende Informationen können Sie die Berichte von SWR, ZDF und Tagesschau konsultieren.