Im Herzen von Stuttgart plant die renommierte Immobilienfirma Hines ein ambitioniertes Projekt, das die Bürolandschaft der Stadt nachhaltig verändern könnte. Der geplante Neubau, bekannt als Central One, wird eine Mietfläche von 10.200 Quadratmetern bieten, was ein Drittel mehr ist als die aktuell vorhandene Fläche von 7.400 Quadratmetern. Besonders hervorzuheben ist, dass die Obergeschosse mit insgesamt 8.800 Quadratmetern bereits an Hines vermietet sind, und zwar zu einem Preis von 39 Euro pro Quadratmeter. Im Gegensatz dazu liegt die unsanierte Angebotsmiete bei nur 12 Euro pro Quadratmeter. Das gesamte Projekt wird von Deloitte, der größten Management- und Strategieberatung sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Welt, belegt, die derzeit in Degerloch ansässig ist und 2028 in die Innenstadt zieht. Deloitte erzielt einen beeindruckenden jährlichen Umsatz von ca. 60 Milliarden Euro.
Das Central One Projekt wird neben Büroflächen auch Raum für kleinteiligen Einzelhandel, Cafés und Nahversorger bieten, was es zu einem lebendigen Teil des urbanen Lebens macht. Der Abriss des bestehenden Gebäudes wird oberirdisch erfolgen, und der Hochbau ist bereits für das kommende Jahr geplant. Alle Büroflächen sind bereits vermietet, und Colliers war vermittelnd tätig bei der Vermietung an Deloitte. Das Projekt ist seit 2022 Teil des offenen Core-Plus-Fonds Hines European Property Partners (HEPP) und steht somit im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen von Hines, die eine Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) anstreben.
Nachhaltigkeit und Innovation im Fokus
Ein zentrales Anliegen von Hines ist die Nachhaltigkeit. Die geplante Holz-Hybrid-Konstruktion des Central One Projekts wird eine CO2-Einsparung von 46 kg CO2 pro Quadratmeter ermöglichen. Hines beschreibt Nachhaltigkeit als Schaffung und Schutz von Werten für Investoren, Kunden und Gemeinschaften. Das Unternehmen wurde 1957 in Houston, Texas, gegründet und hat seit 1991 einen festen Platz auf dem deutschen Immobilienmarkt, nachdem es 2009 mit dem Postquartier in Stuttgart sein erstes Projekt realisierte. Nach einer radikalen Entkernung bietet das Postquartier heute zusätzliche 6.000 Quadratmeter an Bürofläche und wurde 2012 an die Baden-Württemberg-Stiftung verkauft.
Die Entwicklungen auf dem Stuttgarter Büromarkt sind vielversprechend. Im Jahr 2024 wurde ein Flächenumsatz von ca. 201.000 Quadratmetern verzeichnet, was einem Anstieg von 28% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Nachfrage nach modernen, nachhaltigen Büroflächen ist ungebrochen, und Großabschlüsse wie die Anmietung von 26.539 Quadratmetern durch die Stadt Stuttgart im Bürogebäude GRO oder 14.500 Quadratmetern durch die Stuttgarter Straßenbahnen AG im W2 Campus unterstreichen diesen Trend. Die Mietpreise haben ebenfalls zugenommen, mit einer Spitzenmiete von 37 Euro pro Quadratmeter und einer Durchschnittsmiete von 22,40 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2024.
Die Rückkehr ins Büro wird von großen Unternehmen wie Bosch und Daimler vorangetrieben, die ihre Mitarbeiter zurückholen. Auch wenn die Leerstandsquote auf 5,8% gestiegen ist, wird für 2025 ein Flächenumsatz auf vergleichbarem Niveau wie 2024 erwartet. Die Nachfrage nach nachhaltigen und energieeffizienten Büroflächen mit hoher Aufenthaltsqualität bleibt weiterhin stark.
Das Central One Projekt und die Entwicklung des Stuttgarter Büromarktes zeigen, wie wichtig innovative und nachhaltige Ansätze in der modernen Stadtplanung sind. Die Kombination aus Büroflächen, Einzelhandel und nachhaltiger Bauweise könnte nicht nur die Wirtschaft der Stadt ankurbeln, sondern auch das Lebensgefühl der Stuttgarter Bürger bereichern.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von Kontext Wochenzeitung und Immobilienmanager, sowie der Analyse von E&G Real Estate.





