Das Familienunternehmen Bürger aus Ditzingen hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, der über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannt ist. Mit einer beeindruckenden täglichen Produktion von etwa 2,9 Millionen Maultaschen, die sich über eine Strecke von rund 114 Kilometern erstrecken, hat das Unternehmen eine bedeutende Stellung im deutschen Lebensmittelmarkt eingenommen. In einer Zeit, in der die Lebensmittelpreise steigen, zeigt Bürger, dass man auch mit klugen Investitionen und einer soliden Strategie an der Spitze bleiben kann.
Insgesamt plant das Unternehmen, über die nächsten drei Jahre mehr als 70 Millionen Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten zu investieren. Dies umfasst unter anderem den Bau von vier neuen Produktionslinien, einer eigenen Metzgerei sowie einem neuen Verwaltungsgebäude am Standort Crailsheim. Ein weiteres bedeutendes Projekt ist das 57 Millionen Euro teure Logistikzentrum, das 2024 in Betrieb genommen werden soll. Geschäftsführer Martin Bihlmaier betont, dass diese langfristigen Investitionen trotz der aktuellen Herausforderungen durch gestiegene Rohwarenkosten, insbesondere für Eier, notwendig sind.
Marktführer in der Maultaschen-Produktion
Die Firma Bürger, die 1934 von Richard Bürger in Stuttgart gegründet wurde, hat sich im Laufe der Jahre zur Nummer eins im Bereich der gekühlten Teigwaren in Deutschland entwickelt. Die Produktion von Maultaschen begann 1963, damals noch in kleinerem Umfang mit etwa 1.000 Stück pro Tag. Ein Jahr später wurde die erste Maultaschen-Maschine entwickelt, die den Produktionsprozess revolutionierte. Heute beschäftigt das Unternehmen über 1.300 Mitarbeiter an den Standorten Ditzingen und Crailsheim und produziert täglich mehr als 405 Tonnen Lebensmittel.
Das Sortiment umfasst mittlerweile rund 50 verschiedene Varianten von Maultaschen, wobei auch innovative Geschmäcker wie Thai-Maultaschen angeboten werden. Diese Diversität spiegelt sich auch in der Umsatzverteilung wider: Zwei Drittel der Erlöse stammen aus dem Lebensmitteleinzelhandel, während 34 Prozent aus dem Geschäft mit Großküchen, Hotellerie und Gastronomie kommen.
Ein Blick auf die Lebensmittelindustrie
Die deutsche Lebensmittelindustrie, zu der auch Bürger gehört, ist ein zentraler Bestandteil des verarbeitenden Gewerbes und umfasst Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln. Mit einem Jahresumsatz von etwa 205 Milliarden Euro ist die Branche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Unternehmen wie Südzucker, Bahlsen und Dr. Oetker sind wichtige Akteure in diesem Markt, der von über 5.500 Betrieben geprägt ist.
Die Lebensmittelindustrie ist nicht nur für die Versorgung der Bevölkerung entscheidend, sondern auch ein wichtiger Exporteur. Die Hauptprodukte für den Lebensmittelexport sind Milch, Fleisch und Süßwaren, während tierische Produkte und frische Erzeugnisse zu den wichtigsten Importwaren zählen. Die Branche investiert jährlich etwa 5,1 Milliarden Euro, um die Technologien und Produktionskapazitäten weiter zu optimieren.
Insgesamt zeigt die Entwicklung von Bürger, wie ein traditionelles Unternehmen erfolgreich mit Innovation und Investitionen auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren kann. Die „Attacke Deutschland“, wie sie intern genannt wird, zielt darauf ab, die Maultaschen in ganz Deutschland bekannter zu machen und die Marktanteile weiter auszubauen. Die nächsten Jahre versprechen spannend zu werden – sowohl für die Firma Bürger als auch für ihre Kunden.