Im Regierungsbezirk Stuttgart stehen bedeutende Bauprojekte an, um die Infrastruktur langfristig zu verbessern. Kürzlich wurde bekannt, dass 15 Brücken, darunter die Körschtalbrücken im Zuge der B 27 in Stuttgart-Möhringen, neu gebaut werden müssen. Diese Maßnahme erfolgt im Rahmen einer umfassenden Erneuerung von insgesamt 31 sanierungsbedürftigen Brücken an Bundesstraßen, die über eine Sammelausschreibung für Planungsleistungen bereits 2024 vergeben wurde, wie Filstalexpress berichtet.

Die Körschtalbrücken, die seit ihrem Bau im Jahr 1964 in Spannbetonbauweise errichtet sind, benötigen aufgrund ihres Alters und der veränderten Rahmenbedingungen einen Ersatzneubau. Die Baugrunduntersuchungen sind bereits angelaufen, wobei die Arbeiten zunächst vom 26. Januar bis 10. Februar 2026 durchgeführt werden. Diese Arbeiten beinhalten auch Erkundungsbohrungen in der Kurt-Schumacher-Straße und der Schelmenwasenstraße, die für den Zeitraum vom 11. bis 20. Februar 2026 geplant sind, so RPS Baden-Württemberg.

Verkehrseinschränkungen im Zuge der Arbeiten

Die Bauarbeiten führen zu zeitweiligen Einschränkungen im Straßenverkehr. Während der Erkundungsbohrungen werden einzelne Fahrspuren der B 27 in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Verkehrsregelung erfolgt durch Verkehrszeichen und Leitkegel, während halbseitige Sperrungen der betroffenen Straßen mit Ampeln und Verkehrsschildern vorgesehen sind. Dies könnte dazu führen, dass Verkehrsteilnehmer mit längeren Reisezeiten rechnen müssen.

Für die Planung und Koordination der Neubauten wurde eine Arbeitsgemeinschaft aus vier Ingenieurbüros beauftragt. Diese ARGE ist verantwortlich für die Entwurfsplanung, Straßenplanung, Baugrundgutachten sowie naturschutzfachliche Untersuchungen. Die Einbeziehung aller betroffenen Stellen und Behörden ist essenziell, um die Bauprojekte zügig und effizient umzusetzen.

Ein langfristiges Infrastrukturprojekt

Die Sanierung und der Neubau der Brücken ist Teil eines größeren Investitionsplans. Die Stadt Stuttgart plant, rund eine Milliarde Euro in die Erneuerung und Instandhaltung von über 300 Brücken zu investieren. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) bezeichnete die Instandhaltungsmaßnahmen als „gewaltige Herausforderung für den Erhalt unserer Infrastruktur“. Besonders brisant wird die Situation durch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Stuttgarter Brücken aus den Jahren 1950 bis 1975 stammt, also häufig weit über ihre ursprünglich geplante Lebensdauer hinaus in Betrieb ist.

Die Notwendigkeit dieser Projekte wird auch durch Vorfälle in anderen Städten, wie den Einsturz eines Teils der Carolabrücke in Dresden, unterstrichen. Stuttgart steht nicht allein mit den Herausforderungen, die eine alternde Infrastruktur mit sich bringt; auch andere Städte und der Bund sind betroffen. Die Stadt erwartet, von einem geplanten Finanzpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte profitieren zu können, das im März beschlossen wurde und 100 Milliarden Euro für die Bundesländer enthält, wie Verkehrsrundschau informiert.

Die Umstellung der Infrastruktur in Stuttgart ist ein richtungsweisendes Projekt, das viel Geduld und Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten erfordert. Dennoch ist es unabdingbar, um die Sicherheit und Effizienz des Verkehrs in der Region zu gewährleisten und den steigenden Anforderungen eines modernen Mobilitätskonzeptes gerecht zu werden.