In Stuttgart-Heslach, einem Stadtteil von Stuttgart-Süd, kam es Ende Januar 2026 zu einem verheerenden Brand in einer Messie-Wohnung in der Hohentwielstraße. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen und eine 72-jährige Bewohnerin aus der Brandwohnung zu retten. Diese wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht, während die Einsatzkräfte große Mengen an Material aus der stark vollgestellten Dachgeschosswohnung räumen mussten. Aufgrund der alarmierenden Lage und der zahlreichen Notrufe wurde die Alarmstufe erhöht, und etwa 58 Feuerwehrleute sowie sechs Rettungsdienstkräfte waren vor Ort. Die Löscharbeiten wurden durch die unhaltbaren Zustände in der Wohnung erheblich erschwert, was auch zu einem leichten Wasserschaden in den darunterliegenden Wohnungen führte.

Die Nachbarschaft hatte seit Monaten auf die gefährliche Situation hingewiesen und sich wiederholt an die Stadtverwaltung gewandt. Trotz der wiederholten Interventionen der Anwohner, die unter anderem das Amt für öffentliche Ordnung sowie Brand- und Infektionsschutzstellen kontaktierten, blieb eine Lösung aus. Nach dem Brand äußerten besorgte Nachbarn den Wunsch nach einer dauerhaften Lösung, um die Sicherheit im Haus, insbesondere für Kinder, zu gewährleisten. Christian M., ein weiterer Bewohner, wandte sich in einem Brief an den Ordnungsbürgermeister, um die Sorgen der Nachbarschaft zu schildern. Die Stadtverwaltung hingegen verwies auf die Privatsphäre der Bewohnerin und sah keine Notwendigkeit für ordnungsrechtliche Maßnahmen.

Ein komplexes Problem

Die Situation der 72-jährigen Bewohnerin ist nicht der einzige Fall, der zeigt, wie schwierig es sein kann, mit Messie-Wohnungen umzugehen. Solche Fälle stellen die Behörden vor ein Spannungsfeld zwischen Fürsorge, Respekt vor der Privatsphäre und dem Gesundheitsschutz dar. Laut den gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie dem BGB, sind Berufsbetreuer:innen verpflichtet, gesundheitliche Gefahren abzuwenden, wobei der Handlungsspielraum stark vom Einzelfall abhängt.

Die rechtlichen Grundlagen geben den Behörden die Möglichkeit, im Falle einer akuten Gesundheitsgefahr einzugreifen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Zutritt zu Wohnungen zu erlangen, wenn dies zur Abwendung von Gefahren notwendig ist. In der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass betroffene Personen die Probleme nicht wahrhaben wollen, was die Interventionen erschwert.

Die Rolle der Nachbarschaft

In Stuttgart-Heslach zeigte sich nach dem Brand eine bemerkenswerte Solidarität unter den Anwohnern. Viele boten Schlafplätze an, während die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte vor Ort waren, um den Schaden zu beseitigen und die Sicherheit wiederherzustellen. Die Rückkehr der Bewohnerin, die bereits wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde, könnte jedoch die bestehende Unsicherheit in der Nachbarschaft verstärken. Nachbarn berichteten von Lärm, Müllbergen im Treppenhaus und handgreiflichen Auseinandersetzungen, die in den letzten Jahren zur regelmäßigen Polizeieinsätzen führten.

Die Hoffnung der Anwohner auf eine dauerhafte Lösung bleibt bestehen, doch die Herausforderungen im Umgang mit Messie-Wohnungen und den betroffenen Personen sind groß. Wie die Situation in der Hohentwielstraße zeigt, ist nicht nur das Wohl der betroffenen Person von Bedeutung, sondern auch das der gesamten Nachbarschaft, die unter den Folgen leiden muss.