Im Stadtteil Botnang in Stuttgart vollzieht der Liederkranz Botnang einen bemerkenswerten Wandel. Der Verein, der geschickt den Charme der 1950er Jahre mit moderner Technik kombiniert, hat kürzlich bedeutende Investitionen in nachhaltige Energie getätigt, um sowohl Energiekosten zu senken als auch den Klimaschutz zu fördern. Jürgen Schäfer, der seit 2019 als Vorsitzender des Vereins tätig ist, kündigte die Installation einer innovativen Zwillings-Wärmepumpe an, die vor zwei Wochen in Betrieb ging.

Der Liederkranz heizte seit 1961 mit Gas, musste jedoch regelmäßig Aussetzer hinnehmen. Mit einer Heizleistung von 50 Kilowatt wird nun eine zuverlässige Alternative angeboten. Ergänzend wurde ein 1000-Liter-Pufferspeicher zur Wärmespeicherung eingerichtet. Diese räumliche Umstellung geht einher mit einem nachhaltigen Konzept, das die Kosten nicht auf die Mitgliedsbeiträge umlegen soll. Für die Gesamtkosten von 140.000 Euro, die für die Installation der Wärmepumpen, den Speicher, Verrohrungen und Dämmungen anfielen, setzt der Verein auf ein Kombination aus Spenden, einem Vermächtnis, Förderungen und Eigenleistungen.

Finanzierung und Förderung im Fokus

Der Liederkranz hat bereits zuvor in erneuerbare Energien investiert. So wurde 2022 eine Solaranlage mit einer Normleistung von 30 Kilowattpeak in Betrieb genommen, ergänzt durch einen Speicher mit 19,5 Kilowattstunden. Diese Investition in die Solaranlage belief sich auf 80.000 Euro, die durch Zuschüsse und einen Spendenmarathon ermöglicht wurde. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) spielt eine zentrale Rolle in der Finanzierung solcher Umbaumaßnahmen, denn sie unterstützt die Sanierung und den Austausch ineffizienter Heizsysteme zur Einsparung von Energiekosten und zum Klimaschutz. Das Programm wird voraussichtlich auch bis Ende 2025 fortgeführt.

Für den Liederkranz wird die Finanzierung über verschiedene Quellen gesichert: Neben den bereits genannten Förderungen wird auch ein Teil der Kosten durch Mitgliederspenden und ein Vermächtnis gedeckt. Der Verein mit seinen 178 Mitgliedern plant, die Kosten für die neuen Systeme nicht auf die Mitgliedsbeiträge umlegen zu müssen. Diesbezüglich ist ein Tag der offenen Tür am Freitag, dem 17. Oktober, von 17 bis 18 Uhr, angesetzt. Bei dieser Veranstaltung, die im Brahmsweg 24 stattfindet, werden auch Energieberater, Handwerker und Vertreter des städtischen Kulturamts anwesend sein, um über das Projekt zu informieren und Fragen zu beantworten.

Weitere technische Anpassungen und Ausblick

Die Installation der Wärmepumpen ist jedoch nicht die einzige Maßnahme, die der Verein plant. In der Küche wird weiterhin Gas für den Herd genutzt, was ebenfalls durch eine effizientere Lösung ersetzt werden soll. Während die Heizkörper im Saal nicht ausgetauscht wurden, wurden spezielle Booster installiert, um die Fußwärme zu optimieren und den Komfort während Veranstaltungen zu erhöhen.

Mit diesen Maßnahmen zeigt der Liederkranz Botnang nicht nur Innovationsgeist, sondern leistet auch einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Die Kombination aus historischer Vereinsarbeit und moderner Technologie könnte als Vorbild für ähnliche Projekte in der Region dienen. Dank der fortlaufenden Unterstützung durch Programme wie die BEG und dem Engagement des Vereins sind die Weichen für eine nachhaltige Heizungszukunft gestellt.