Die Bosch Home Comfort Group in Wernau sieht sich aktuellen Herausforderungen auf dem Heizungsmarkt gegenüber. Das Unternehmen verzeichnete für das Jahr 2025 einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden Euro, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dennoch hat die Tochtergesellschaft des Technologiekonzerns Bosch im Jahr zuvor einen Umsatzeinbruch erfahren. Der Heizungsmarkt in Deutschland stützt sich auf einen Rückgang, der 2025 mit dem Verkauf von 627.000 Heizungen einen historischen Tiefstand erreicht hat. Dies bedeutet einen Rückgang von 12% im Vergleich zum Vorjahr, was den niedrigsten Verkaufswert seit 2010 darstellt. Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass die aktuelle Unsicherheit auf den Märkten und die schwachen regulatorischen Rahmenbedingungen die Nachfrage erheblich beeinflussen.
Die Verschiebungen in der Heizungslandschaft sind deutlich zu spüren. Während der Absatz von Öl- und Gasheizungen zurückgeht, zeigen Wärmepumpen eine wachsende Beliebtheit. Bosch hat Marktanteile in Deutschland und Europa gewonnen, auch wenn die Gesamtverkäufe von Heizungen rückläufig sind. Die weltweite Branche für Heizungen, Lüftungen und Klimatechnik wuchs 2025 um etwa 1%. Für 2026 wird ein vorsichtiger Ausblick gegeben, wobei lediglich verhaltenes Wachstum in allen Weltregionen erwartet wird. Boersennews schildert die Unsicherheiten, mit denen der Sektor konfrontiert ist, und hebt die Notwendigkeit für klare politische Rahmenbedingungen hervor.
Dringender Handlungsbedarf
Um die Klimaziele Deutschlands bis 2045 zu erreichen, ist eine umfassende Wärmewende notwendig. Derzeit wird der Großteil der Heizungen in Deutschland überwiegend mit fossilen Brennstoffen betrieben. Rund 50 Prozent der Heizungen nutzen fossile Energieträger wie Erdgas und Erdöl. Parallel zur gesamtgesellschaftlichen Diskussion treiben aktuelle gesetzliche Vorgaben die Transformation voran. Ab Mitte 2028 müssen neue Heizungen zu 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden, während nach 2045 ausschließlich das Heizen mit erneuerbaren Energien erlaubt sein wird. Statista analysiert, dass in Neubauten neue Technologien, wie Wärmepumpen, bereits signifikante Anteile erreichen, obgleich der Markt in der Breite noch mit alter Technologie kämpft.
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Notwendigkeit, 18 Millionen dezentrale Heizungen in Deutschland zu ersetzen. Die Marktbedingungen erfordern nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch geringere Strompreise, um den Übergang zu umweltfreundlichen Heizlösungen zu erleichtern. Das Gebäudeenergiegesetz soll die Modernisierung der Heizsysteme beschleunigen und fördert innovative Lösungen im Heizungsbau.
Die Bosch Home Comfort Group hat zudem in den vergangenen Jahren viel investiert, darunter 7,4 Milliarden Euro in die Übernahme von Teilen des Gebäudetechnik-Konzerns Johnson Controls, um die Position in den USA und Asien zu stärken. Dieses Engagement unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens, auch in schwierigen Marktphasen zu wachsen und zukunftsweisende Technologien voranzutreiben.