Der SPD-Fraktionschef von Kronach, Ralf Völkl, hat einen Runden Tisch angestoßen, um die Zukunft des Bürgerspitals sowie der zugehörigen Spitalstiftung zu diskutieren. Der Termin für dieses Treffen ist auf Samstag, den 7. Februar, angesetzt und wird in der eindrucksvollen Kulisse der Festung Kronach stattfinden. Völkl hebt hervor, dass die Stiftung vor großen Herausforderungen steht, die ihre Existenz gefährden könnten. Die Probleme sind vor allem finanzieller Natur und werden unter anderem durch ein belastetes Erdreich in Birkach verursacht, was die Situation des seit Jahren leerstehenden Bürgerspitals zusätzlich kompliziert.

Das Bürgerspital in Kronach hat eine lange Geschichte, die bis ins Ende des 14. Jahrhunderts zurückreicht. Es begann als Herberge für mittellose Reisende und wurde ab dem 15. Jahrhundert zur Unterbringung und Pflege alter und kranker Bürger verwendet. Infolge der wechselvollen Geschichte des Spitals wurde im 19. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe das erste Krankenhaus der Stadt errichtet, das jedoch Mitte des 20. Jahrhunderts geschlossen und dem Bürgerspital angegliedert wurde. Bis zum Frühjahr 2014 diente die Einrichtung zuletzt als Seniorenwohn- und Pflegeheim, bevor es aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen geschlossen wurde.

Herausforderungen und Sanierungsbedarf

Die Gebäude des Bürgerspitals stehen größtenteils unter Denkmalschutz und befinden sich südlich der Kronacher Altstadt am rechten Ufer der Kronach. Der Gebäudekomplex erstreckt sich in Ost-West-Richtung und besteht aus einem zweigeschossigen Walmdachbau mit charakteristischer Sandsteingliederung sowie zwei Seitenflügeln. Ein besonderes Merkmal ist das Relief an der Südfront des östlichen Seitenflügels, das das Amtswappen des Bamberger Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn zeigt.

Die Geschichte des Bürgerspitals wurde von Zerstörungen und Wiederaufbauten geprägt, darunter Brände während der Hussitenbelagerung 1430 und im Dreißigjährigen Krieg 1634. Eine umfassende Sanierung ist erforderlich, um eine zukünftige Nutzung der Gebäude sicherzustellen, die im Februar 2021 vom Stadtrat teilweise als Wohnanlage für Senioren beschlossen wurde. Dennoch bleiben die Herausforderungen angesichts der finanziellen Situation und der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen bestehen.

Stiftungen in Deutschland

Die Thematik der Spitalstiftung steht in einem größeren Kontext, da die „Liste der größten Stiftungen“ in Deutschland regelmäßig Einblicke in die finanziell stärksten öffentlichen und privaten Stiftungen bietet. Diese Daten, die auch für die Bürgerspitalstiftung von Bedeutung sein könnten, basieren auf den Geschäfts- und Jahresberichten und sind Teil der jährlichen Berichterstattung des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Auch wenn die Liste keinen Vollständigkeitsanspruch hat, bietet sie doch wichtige Informationen für die Analyse im Stiftungssektor.

Insgesamt steht das Bürgerspital in Kronach somit nicht nur für eine historische Einrichtung, wie sie die Stadtgeschichte prägt, sondern auch als Beispiel für die aktuellen Herausforderungen im Bereich der sozialen Einrichtungen und der Stiftungsfinanzierung in Deutschland.

Die Initiativen von Ralf Völkl und die bevorstehenden Diskussionen könnten entscheidend dafür sein, wie es mit dem Bürgerspital weitergeht. Wächst das Interesse der Öffentlichkeit und der Beteiligten, kann es gelingen, eine tragfähige Perspektive für diese traditionsreiche Institution zu entwickeln.