Am 28. Februar 2026 stehen die Betriebsratswahlen bei Mercedes-Benz in Untertürkheim vor der Tür, die bundesweit Anfang März 2024 beginnen. In der letzten Woche sorgte ein Besuch von Alice Weidel, der Chefin der AfD, und Markus Frohnmaier, dem baden-württembergischen AfD-Spitzenkandidaten, für Aufsehen. Die beiden Politiker trafen sich vor dem Mercedes-Werk mit Oliver Hilburger, dem Vorstand der rechten Gewerkschaft „Zentrum“. Hilburger sieht sich selbst als Gewerkschafter und seine Organisation tritt bei den bevorstehenden Betriebsratswahlen an. Die Kandidatenlisten zeigen jedoch besorgniserregende Verbindungen zur AfD und werfen Fragen über die politische Ausrichtung der künftigen Betriebsräte auf. Diese Informationen stammen aus einem Bericht, den Sie hier lesen können.
Die Kandidaturen sind nicht nur für die Beschäftigten von Bedeutung, sondern auch für die gesellschaftliche und politische Landschaft in der Region. Insbesondere die Tatsache, dass die AfD im Jahr 2022 einen Unvereinbarkeitsbeschluss aufhob, der es ihren Mitgliedern untersagte, gleichzeitig bei „Zentrum“ aktiv zu sein, lässt aufhorchen. Kay Rittweg, ein AfD-Landtagswahlkandidat, der offen mit seiner Mitgliedschaft wirbt, kandidiert auf Platz 32 der AfD-Landesliste. Solche Verknüpfungen zwischen der AfD und „Zentrum“ werden von Experten wie dem Politikwissenschaftler Rolf Frankenberger als eine Form gegenseitiger Legitimation beschrieben.
Strategische Nähe zur „Zentrum“-Gewerkschaft
Emil Sänze, der AfD-Landeschef, hebt die strategische Nähe zur „Zentrum“-Gewerkschaft hervor, um die Interessen der Beschäftigten zu stärken. Auf den Listen von „Zentrum“ finden sich mehrere ehemalige AfD-Kommunalwahlkandidaten, was die Verbindungen zwischen diesen beiden Organisationen weiter verdeutlicht. Auch auf Platz 22 der „Zentrum“-Liste kandidiert Pascal Stephany, ein AfD-Mitglied, der 2024 in den Böblinger Kreistag gewählt wurde. Auf Platz 3 steht Sabine Perlitius, die zuvor AfD-Kandidatin war, aber die Partei mittlerweile verlassen hat.
Die Mercedes-Benz AG selbst nimmt zu diesen Entwicklungen Stellung. Eine Sprecherin betont, dass Extremismus, Rassismus und Antisemitismus bei Mercedes-Benz keinen Platz haben und fordert besonnene Politik anstelle populistischer Panikmache. Diese klare Positionierung des Unternehmens ist in Zeiten zunehmender politischer Spannungen besonders wichtig.
Verbindungen und Kandidaten
Oliver Hilburger, der Vorsitzende von „Zentrum“, hat eine umstrittene Vergangenheit als ehemaliger Gitarrist einer Neonazi-Band. Andreas Brandmeier, der bereits als „Zentrum“-Betriebsrat tätig ist, hat sich ebenfalls für die AfD engagiert. Weitere Kandidaten, wie Michael Schöffler, schließen eine weitere Kandidatur aus, während Gudrun Ade, die auf Platz 8 der „Zentrum“-Liste steht, Verbindungen zur AfD hat, aber keine Auskunft über ihre Mitgliedschaft geben möchte.
Die Methodik zur Analyse der Verbindungen zwischen der AfD und „Zentrum“ umfasste einen Abgleich der Kandidaten und Mandatsträger der Kommunalwahl 2024 mit den Kandidatenlisten von „Zentrum“. Dies zeigt, wie tief verwurzelt die politischen Strömungen in der Region sind und welche Auswirkungen sie auf die Arbeitswelt haben könnten.
Die Entwicklungen um die Betriebsratswahlen bei Mercedes-Benz in Untertürkheim sind ein Spiegelbild der aktuellen politischen Trends in Deutschland. Die Verflechtungen zwischen verschiedenen politischen Akteuren und Gewerkschaften könnten nicht nur die Wahlbeteiligung, sondern auch die zukünftige Gestaltung der Arbeitsbedingungen im Unternehmen beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wahlen entwickeln und welche Folgen sie für die Beschäftigten und die politische Landschaft in Stuttgart haben werden. Mehr dazu erfahren Sie in einem umfassenden Artikel der Stuttgarter Zeitung.



