Im malerischen Hedelfinger Dürrbachtal in Stuttgart stehen derzeit erkrankte Eschen im Fokus der Baumpflege. Diese Bäume, die von einem gefährlichen Pilz befallen sind, leiden unter dem sogenannten „Eschentrieb-Sterben“. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Schäden an Boden und Vegetation zu vermeiden, haben Fachleute beschlossen, die betroffenen Bäume mit einem Hubschrauber zu entfernen. Diese Methode ermöglicht es, die Bäume effizient und schonend zu transportieren, ohne den umliegenden Bereich zu gefährden. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 20. Februar abgeschlossen sein, und die Anwohner werden um Verständnis für mögliche kurzzeitige Beeinträchtigungen gebeten. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf wilih.de.
Die Entscheidung, Hubschrauber für die Baumfällungen einzusetzen, ist nicht zufällig gefallen. Insbesondere in Hanglagen, wie sie im Hedelfinger Dürrbachtal vorkommen, sind traditionelle Baumfällarbeiten mit erheblichen Risiken verbunden. Das klassische Fällen großer Weiden und Eschen könnte andere Bäume gefährlich mitreißen. Zudem wäre eine stückweise Entfernung der Bäume zeitaufwändig und für die Arbeiter gefährlich. Diese Herausforderungen haben zur Einführung des sogenannten „Heli-Logging“ geführt, eine Methode, die das Kappen von Großbäumen ermöglicht, während gleichzeitig Torsi – das sind Baumstümpfe – belassen werden. Diese Torsi bieten Lebensraum für Insekten und Nistmöglichkeiten für Vögel und tragen somit zur Biodiversität bei.
Die Notwendigkeit der Baumfällung
Die Notwendigkeit der Baumfällung ergibt sich aus dem fortschreitenden Eschentriebsterben, das im vergangenen Jahr massive Schäden an rund 300 Eschen am Weihenstephaner Südhang hinterlassen hat. Die betroffenen Bäume waren nicht mehr standsicher, was eine akute Gefährdung der Umgebung darstellt. Die Technische Universität München ist für die Verkehrssicherung zuständig und hat bereits vorübergehend Spazierwege gesperrt, um die Sicherheit der Passanten zu gewährleisten.
Im November des vergangenen Jahres wurden bereits im großen Stil Fällungen ohne den Einsatz eines Hubschraubers durchgeführt. Die restlichen Arbeiten, die nun mit der Hubschraubermethode umgesetzt werden, zeigen, wie wichtig es ist, bei Baumfällungen besondere Vorsicht walten zu lassen, insbesondere bei Wind und Sturm. Das StMELF empfiehlt regelmäßige Kontrollen von Bäumen mit Schadsymptomen, besonders entlang öffentlicher Straßen und Wege, um akute Gefahren schnell zu beheben.
Vorsichtsmaßnahmen und Naturschutz
Bei der Fällung von Bäumen, die Lebensstätten geschützter Tierarten beherbergen, ist eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde unerlässlich. Darüber hinaus sollten stark geschädigte Bäume im Bestandesinneren als Totholz verbleiben oder als Hochstümpfe vom Harvester gekappt werden. Dies fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern schützt auch die natürlichen Lebensräume in der Region.
Die aktuellen Arbeiten im Hedelfinger Dürrbachtal sind ein Beispiel dafür, wie moderne Technik und verantwortungsvolle Forstwirtschaft Hand in Hand gehen können, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und gleichzeitig die Natur zu schonen.