Heute ist der 16.02.2026 und die baden-württembergische Industrie zeigt erste Lichtblicke in den Exporterwartungen. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) rechnen 28% der befragten Unternehmen mit steigenden Ausfuhren, während 20% einen Rückgang erwarten. Diese Umfrage, die vom 29. Dezember 2025 bis 20. Januar 2026 durchgeführt wurde, bezieht sich auf 1.240 Industrieunternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar, zu der Mannheim, Stuttgart und Heidelberg gehören. BWIHK-Vizepräsident Claus Paal fordert ein Sofortprogramm nach der Landtagswahl und schnellere Handelsabkommen, um die positive Entwicklung nicht nur als Momentaufnahme zu lassen.

Die geopolitischen Risiken bleiben jedoch ein zentrales Geschäftsrisiko für 54% der Unternehmen. Insbesondere die stockende Handelspolitik in Europa, wie das Mercosur-Abkommen, wird kritisiert. Nordamerika zeigt sich unberechenbar, da 29% der Unternehmen steigende Exporte erwarten, aber ebenso 29% mit Rückgängen rechnen. Besonders besorgniserregend ist die Situation in den USA, wo 30% der Unternehmen steigende Ausfuhren erwarten und ein Drittel Rückgänge prognostiziert. Im Gegensatz dazu bieten die asiatischen Märkte mit 29% der Unternehmen, die von wachsenden Ausfuhren ausgehen, die besten Perspektiven. Dennoch bleibt der Ausblick für China negativ, da 22% steigende Exporte erwarten und 28% Rückgänge.

Rückblick auf die vergangenen Monate

<pBereits im Frühsommer 2025 zeigte die Umfrage eine leichte Verbesserung der Exporterwartungen, jedoch blieb die Stimmung insgesamt zurückhaltend. Knapp 26% der befragten Unternehmen setzten damals auf bessere Geschäfte, während 27,5% schwierige Zeiten vorhersagten. Die größte Herausforderung für viele Unternehmen sind nach wie vor die schwache Inlandsnachfrage, steigende Arbeitskosten und geopolitische Spannungen. Diese Sorgen haben sich seit Jahresbeginn verstärkt, und 70% der Unternehmen geben an, dass die schwache Inlandsnachfrage ihr größtes Geschäftsrisiko darstellt.

Die Außenhandelsbilanz im ersten Quartal 2025 stagnierte erstmals seit zwei Jahren, und die Exporte beliefen sich auf etwa 61,6 Milliarden Euro, was dem Vorjahresniveau entspricht. Besonders hervorzuheben ist, dass die Exporte in die USA, den wichtigsten Handelspartner, um 1,8% auf 8,7 Milliarden Euro gesunken sind. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Exporte in die Schweiz mit einem Zuwachs von 23,9% eine positive Entwicklung, insbesondere im Bereich pharmazeutischer Erzeugnisse.

Forderungen der Unternehmen

Die Unternehmen fordern von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen und eine mutige Standortpolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Ein Drittel der Firmen plant, ihre Budgets zu erhöhen, während 13% Kürzungen in Betracht ziehen. Der Fokus der Investitionen hat sich auf Kosteneffizienz verschoben, was die Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft widerspiegelt.

Die Daten zu Exporten nach Waren und Handels­partnern sind in der Datenbank GENESIS-Online verfügbar. Nutzer können spezifische Warennummern auswählen, bevor sie den Werteabruf starten. Diese Daten sind wichtig, um den Außenhandel mit Waren besser zu verstehen und die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zu unterstützen. Die Bundesbank erhebt und veröffentlicht regelmäßig Daten zu Export und Import von Waren und Dienstleistungen, die von großer Bedeutung für die Analyse der wirtschaftlichen Situation sind.

Die Ergebnisse aus dem deutschen Außenhandel, die auch in die Zahlungsbilanz der Bundesbank einfließen, zeigen die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die sich für die baden-württembergische Industrie bieten. Ob die positiven Entwicklungen von Dauer sein werden, bleibt abzuwarten. Die Unternehmen sind gefordert, sich auf die geopolitischen Risiken einzustellen und gleichzeitig von der Politik die Unterstützung einzufordern, die sie zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit benötigen.

Für weiterführende Informationen zu den Außenhandelsstatistiken und den aktuellen Entwicklungen im Exportbereich können die Tabellen in der GENESIS-Online-Datenbank konsultiert werden.

Für mehr Details zu den aktuellen Exporterwartungen in Baden-Württemberg, besuchen Sie bitte die Quelle oder die zweite Quelle.