Heute ist der 25.02.2026 und die politische Landschaft in Baden-Württemberg steht vor einer entscheidenden Wende. Die Landtagswahl am 8. März, dem Internationalen Frauentag, rückt näher und wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Besonders im Fokus steht Aynur Karlikli, eine 61-jährige Kurdin aus Stuttgart, die für die Linke im Schwarzwald-Baar-Kreis kandidiert. Karlikli ist seit 2015 in der Linken aktiv und hat sich in der Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum engagiert. Sie beschreibt das große Interesse an ihren Veranstaltungen, insbesondere von jungen Menschen, was auf einen frischen Wind in der politischen Debatte hindeutet. Trotz der stabilen Umfragen, die die Linke bei rund 7% Wähleranteil sehen, schätzt Karlikli ihre eigenen Chancen als eher gering ein, da sie auf Rang 15 der Landesliste steht. Ihr Engagement ist jedoch ungebrochen, und sie fährt regelmäßig von Stuttgart in den Schwarzwald, um ihre Wähler zu erreichen. Ihre politische Sozialisation fand in der türkisch-kurdischen Friedensbewegung statt, und sie setzt sich für soziale und ökologische Gerechtigkeit ein.
Die Linke hat derzeit rund 123.000 Mitglieder, was eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Mitglieder kommen aus verschiedenen politischen Spektren, darunter Grüne, SPD und linksautonome Gruppen, was dem Anstieg der Popularität der Partei zugutekommt. Die Linke hat sich zum Ziel gesetzt, an den Erfolg der letzten Bundestagswahl anzuknüpfen und will bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg erstmals in den Landtag einziehen. Ihre zentralen Themen sind soziale Gerechtigkeit, der Stellenabbau in der Automobilbranche und die hohen Mieten in Städten wie Stuttgart, Heidelberg und Freiburg. In der politischen Arena wird die Linke zunehmend als relevante Stimme wahrgenommen, auch wenn sie keinen Anspruch auf Regierungsbeteiligung hat. Sie kann jedoch die politische Agenda mitbestimmen und die Grünen zu einem sozialeren Profil zwingen.
Aynur Karlikli: Eine Stimme für die Gleichstellung und sozialen Wandel
Aynur Karlikli hat sich nicht nur für die Belange der Kurden eingesetzt, sondern sieht die Linke auch als feministische Partei. Sie fordert unter anderem die Senkung der Mieten, kostenfreie Bildung und Gesundheit für alle, gute Arbeit sowie kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Ihre Forderungen zielen darauf ab, gesellschaftliche Ungleichheiten abzubauen und für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen zu sorgen. Ein besonders wichtiges Anliegen von Karlikli ist die Friedenspolitik, die für sie höchste Priorität hat. Sie fordert einen sofortigen Stopp der Rüstungsproduktion und setzt sich für die Stärkung der Frauenrechte und eine Politik gegen Rassismus ein.
Ein persönlicher Aspekt, den sie teilt, ist die Trennung von ihrem Ex-Mann, die sie als eine ihrer mutigsten Entscheidungen beschreibt. Diese Erfahrungen fließen in ihr Engagement ein, denn sie unterstützt Migranten bei Sprachproblemen und Behördenschreiben, was sie durchschnittlich zehn Menschen pro Woche ermöglicht. Karlikli ist ein Paradebeispiel für den sozialen Wandel, den die Linke anstrebt, und ihr Engagement zeigt, wie wichtig es ist, die Stimme derjenigen zu hören, die oft nicht gehört werden.
Die Linke im politischen Kontext
In einem Umfeld, in dem die Grünen seit 15 Jahren den Ministerpräsidenten stellen und aktuell Winfried Kretschmann an der Spitze steht, muss sich die Linke behaupten. Cem Özdemir, der grüne Anwärter auf das Ministerpräsidentenamt, betont eine wirtschaftsnahe Ausrichtung, während die CDU in den Umfragen vorne liegt. Dennoch bleibt die politische Landschaft dynamisch. Die SPD kämpft mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis und sucht möglicherweise eine Koalition mit der FDP und CDU. Inmitten dieser Herausforderungen bleibt die Linke ein wichtiger Akteur, der die politische Agenda mitgestalten kann.
Die bevorstehenden Wahlen sind nicht nur eine Chance für die Linke, sich zu etablieren, sondern auch ein Test für die Fähigkeit der etablierten Parteien, auf die Wählerbedürfnisse zu reagieren. Themen wie die wirtschaftliche Situation, insbesondere in der vom Stellenabbau betroffenen Automobilbranche, und die steigenden Lebenshaltungskosten werden weiterhin im Fokus stehen. Die Linke hat sich mit klaren Forderungen positioniert und zeigt, dass der soziale Wandel und die Gleichstellung für sie keine leeren Worte sind, sondern ein fester Bestandteil ihrer politischen Agenda.
Für weitere Details zu Aynur Karlikli und den bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg können Sie die vollständigen Artikel auf Südkurier, taz und SWR nachlesen.