In Renningen wird am Freitag, den 27. Februar, um 19:30 Uhr eine faszinierende Veranstaltung zum Thema Amphibien und Reptilien stattfinden. Veranstaltungsort ist das Haus am Rankbach in der Schwanenstraße 22. Der Biologe Dr. Thomas Bamann, Leiter des Sachgebiets Artenschutz im RP Tübingen, wird die Teilnehmer durch eine spannende Präsentation führen. Die Themen umfassen die Bestimmungsmerkmale, Lebensweise und Verbreitung heimischer Arten. Der Eintritt ist frei, und Spenden sind willkommen. Diese Veranstaltung wird von NABU Renningen-Malmsheim organisiert und markiert den Beginn der Amphibiensaison, die in diesen Tagen startet. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich in einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten.
Weltweit kennt die Wissenschaft etwa 13.000 Arten von Amphibien und Reptilien, von denen in Deutschland 21 Amphibien- und 15 Reptilienarten vorkommen. Leider sind viele dieser Arten gefährdet, was auf die meisten Bedrohungen zurückzuführen ist, die menschengemacht sind. Um das Wissen über diese faszinierenden Tiere zu fördern, bietet die NABU-naturgucker-Akademie einen Grundwissen-Kurs über Amphibien und Reptilien an. Dieser Kurs gibt fundierte Einblicke in die Fortpflanzung und Lebensweise dieser Tiergruppen. Zudem sind zwei Aufbauwissen-Kurse in Planung, die als Lernhilfen für das BANU-Zertifikat Bronze dienen werden. Alle Lerninhalte stehen kostenlos online zur Verfügung, und das Projekt wird durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.
Die Gefährdung unserer heimischen Arten
Die Situation für Amphibien und Reptilien in Deutschland ist alarmierend. Eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesamts für Naturschutz und des Roten Listen-Zentrums zeigt, dass der höchste Anteil an bestandsgefährdeten Arten in diesen Gruppen zu finden ist. In den letzten 20 Jahren hat sich die Lage für die meisten Arten verschlechtert: 50% der 20 untersuchten Amphibienarten sind gefährdet, ebenso 9 von 13 Reptilienarten. Der Bestand der meisten Reptilien und fast aller Amphibienarten ist in den letzten 120 Jahren zurückgegangen. Erschreckende 75% der Amphibienarten und über 66% der Reptilienarten haben in den letzten zwei Jahrzehnten Bestandsabnahmen erfahren.
Die Hauptursachen für diese Gefährdung sind der Verlust von Lebensräumen, intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch die Flächeninanspruchnahme für Wohn- und Gewerbeflächen trägt maßgeblich zur Bedrohung dieser Arten bei. In der Roten Liste der Amphibien sind alle 21 in Deutschland vorkommenden Arten erfasst, und ebenso sind in der Roten Liste der Reptilien alle 14 Arten dokumentiert. Diese Listen sind nicht nur ein wichtiges Instrument für den Naturschutz, sie bieten auch eine Grundlage für künftige Maßnahmen zur Stabilisierung der Bestände.
Ein Aufruf zum Handeln
Die Veranstaltung in Renningen ist nicht nur eine Gelegenheit, mehr über die heimischen Amphibien und Reptilien zu lernen, sondern auch ein Aufruf, sich aktiv für den Schutz dieser bedrohten Arten einzusetzen. Die Teilnahme an solchen Informationsabenden kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedrohungen zu schärfen und die Bedeutung von Naturschutzmaßnahmen zu unterstreichen. Angesichts des alarmierenden Rückgangs der Bestände sind wir gefordert, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zum Schutz unserer Natur beizutragen. Weitere Informationen zu den Rote Listen und deren Bedeutung sind auf der Webseite des Roten Listen-Zentrums nachzulesen.