Heute ist der 23.02.2026 und in Winnenden gibt es ein ernsthaftes Problem mit den Ameisen der Gattung „Tapinoma magnum“. Diese kleinen, aber hartnäckigen Krabbler unterhöhlen nicht nur Pflaster, sondern dringen auch in Häuser ein und beeinträchtigen Stromkästen. Zudem machen sie Spielplätze und Gärten unbenutzbar. Besonders bei milden Temperaturen, die in dieser Woche wieder zweistellig werden, sind die Ameisen aktiv. Die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen und setzt den Kampf gegen diese Plagegeister mit Heißwasser fort, um ihre Ausbreitung zu kontrollieren. Weitere Informationen zu den aktuellen Bemühungen in Winnenden sind in einem Artikel auf zvw.de zu finden.

Bekämpfung in anderen Städten

Die Stadt Kehl hat ebenfalls ein Heißwassersprühgerät angeschafft, um die „Tapinoma magnum“ einzudämmen. Die Kosten für diese Ausrüstung belaufen sich auf rund 60.000 Euro. Gregor Koschate, der Umweltbeauftragte, äußert zwar geringe Hoffnungen auf eine vollständige Ausrottung, sieht jedoch die Möglichkeit einer Eindämmung. Aktuell ruht die Bekämpfung in Kehl, da die Ameisen witterungsbedingt zurückgezogen sind. Letztlich wurde im Herbst 2023 eine Schädlingsbekämpfungsfirma aus Darmstadt beauftragt, aber die Bekämpfung war unregelmäßig und kostspielig. Daher übernimmt nun der städtische Betriebshof die Maßnahmen, da es in der Umgebung keine erfahrenen Firmen gibt.

Die Ameisen nisten oft bis zu einem Meter tief im Boden, was die Bekämpfung erschwert. Um ihre Nester zu erreichen, stechen die Mitarbeiter mit einer Lanze ins Erdreich und sprühen heißes Wasser in die Ameisenbauten und Gänge. In den Bereichen Löhl in Marlen sind die Ameisen weit verbreitet und machen sich durch Erdhäufchen und Aktivitäten auf Gehwegen sowie in Gärten bemerkbar. Die Mitarbeiter des Betriebshofs haben bereits Erfahrungen in der Ameisenbekämpfung gesammelt, insbesondere bei der Identifikation von Niststellen. Faktoren wie die Anzahl der Bekämpfungszyklen, die Tageszeiten, Wetterlagen und Jahreszeiten spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Maßnahmen.

Langfristige Herausforderungen

Die Problematik mit „Tapinoma magnum“ wird als langfristig angesehen. Das Land hat bereits eine Studie zur Problematik in Auftrag gegeben, jedoch wird keine schnelle Hilfe erwartet. Ein Vorschlag zur Verbesserung der Situation wäre ein Einfuhrstopp von Pflanzen aus Nordafrika und Süditalien oder eine systematische Kontrolle von Pflanzballen.

Forschung und Bürgerbeteiligung

Parallel zu den Bekämpfungsmaßnahmen läuft ein Forschungsprojekt, dessen Ziel die Erstellung eines qualitativ hochwertigen Referenzgenoms für die invasive Ameisenart ist. Diese Langzeit-Genomsequenzierung soll helfen, genetische Marker zur Bestimmung des Invasionsursprungs zu identifizieren und die Ausbreitung in Mitteleuropa zu dokumentieren. In Zusammenarbeit mit den staatlichen Museen für Naturkunde in Stuttgart und Karlsruhe werden auch Bürger*innen aktiv einbezogen, die Exemplare sammeln, Daten dokumentieren und Funde melden können. Diese Citizen Science-Initiative zielt darauf ab, große geografische Bereiche in Baden-Württemberg abzudecken und eine Grundlage für die räumliche und zeitliche Nachverfolgung der Invasion zu schaffen.

Die Erkenntnisse aus dieser Forschung sollen nicht nur die Bekämpfung der Ameisen verbessern, sondern auch Handlungsempfehlungen für Kommunen bieten. Ein White Paper wird erstellt, um die Ergebnisse zusammenzufassen und den betroffenen Städten und Gemeinden Unterstützung zu bieten.