In Esslingen wurde ein Treffen über eine Dating-Plattform zum Albtraum für ein junges Opfer. Laut der Esslinger Zeitung wurde der Mann in einem Waldstück bei Hedelfingen geschlagen, gequält und gedemütigt. Der Prozess gegen die zwei Angeklagten, ein 16-Jähriger und ein 18-Jähriger, hat bereits begonnen. Ihnen wird erpresserischer Menschenraub vorgeworfen, bei dem das Opfer mit einer Softairpistole bedroht wurde.
Die Taten sollen Anfang Juli 2025 in Esslingen stattgefunden haben. Der Kontakt zwischen dem Opfer und den Angeklagten erfolgte über eine Dating-Plattform, eine Vorgehensweise, die sich in der heutigen digitalen Welt zunehmend als riskant erweist. Auch in anderen Städten wie Frankfurt kommt es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen, wie die hessenschau berichtet. Hier wurden Männer beschuldigt, sich als Frauen auszugeben und ihre Opfer zu erpressen.
Die Hintergründe der Angeklagten
Die beiden Angeklagten haben eine ähnliche, problematische Biografie. Beide sind Flüchtlinge aus Syrien und haben während des Bürgerkriegs traumatische Erfahrungen gemacht. Die Mutter eines Angeklagten berichtete von den Erschießungen seines Bruders und dem Ertrinken anderer Menschen während der Flucht. Ihr Lebensverlauf in Deutschland ist geprägt von Drogenkonsum, Schulproblemen und dem Abrutschen in die Illegalität. Beide befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Laut Anklageschrift ging die Ermordung über die körperliche Gewalt hinaus. Das Opfer wurde nicht nur geschlagen, sondern auch gezwungen, erniedrigende Texte zu wiederholen und versprach aus Angst, Geld zu übergeben. Insgesamt gab er den Angeklagten 1000 Euro in einer Bankfiliale, bevor er gezwungen wurde, sie mit seinem Auto zu fahren. Nachdem das Opfer angezeigt hatte, wurde eine Durchsuchung durchgeführt, bei der die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt wurde.
Nächste Schritte im Prozess
Nach der Anzeige durch das Opfer wurden die Angeklagten im Juli 2025 festgenommen. Ihnen werden neben dem erpresserischen Menschenraub auch weitere Delikte, einschließlich Autodiebstahl, vorgeworfen. Während einer Polizeikontrolle kam es zu einer Verfolgungsjagd, bei der mehrere Fahrzeuge beschädigt wurden. Sechs weitere Prozesstage sind bereits am Landgericht Stuttgart angesetzt, und ein Urteil wird Ende März 2026 erwartet.
In einem weiteren Fall wurde eine Gruppe von Männern beschuldigt, auf einer Dating-Plattform ihre Opfer zu erpressen, was in Verbindung mit der aktuellen Diskussion über digitale Gewalt und deren Auswirkungen steht. Die Bundeszentrale für politische Bildung hebt hervor, dass digitale Gewalt oft in analoge Gewalt mündet und welcher Gefahr insbesondere Frauen und Vulnerable Gruppen ausgesetzt sind.
Die Vorfälle in Esslingen und Frankfurt sind nur die Spitze des Eisbergs in einem größeren Problem, das in der Gesellschaft nicht ignoriert werden kann. Es bedarf einer gründlichen Untersuchung und rechtlichen Anpassungen, um die Sicherheit in digitalen und physischen Räumen für alle Nutzer zu gewährleisten.