In Stuttgart finden am 13. und 14. Februar 2026 die bundesweiten Tage der Kinderhospizarbeit statt. Anlässlich dieser Aktionstage lädt der lokale Hospizdienst alle Interessierten ein, die wichtige Arbeit in diesem Bereich kennenzulernen. Ziel dieser Aktionstage ist es, die Kinderhospizarbeit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Berührungsängste abzubauen und Unterstützung für betroffene Kinder, Jugendliche und deren Familien aufzuzeigen. Dies berichtet Nussbaum.de.

Der ambulante Hospizdienst begleitet Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern ab der Diagnosestellung psychosozial. Diese Unterstützung erfolgt nicht nur zu Hause, sondern auch in Kliniken, bei Arztterminen oder Behördengängen. Besonders wertvoll ist die Hilfe, die auch Geschwisterkinder, trauernde Kinder und Familien mit schwerstkranken oder sterbenden Elternteilen erhalten. Solche umfassenden sozialen Dienstleistungen werden durch das Engagement qualifizierter haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitender ermöglicht.

Programm der Aktionstage

Das Programm der Tage der Kinderhospizarbeit beinhaltet vielfältige Veranstaltungen:

  • Am 13. Februar findet ein Percussion-Workshop mit dem Titel „Wie klingen Gefühle?“ von 14.30 bis 16 Uhr in der Turnhalle der LEWA Sportwelt Leonberg statt.
  • Am 14. Februar wird von 17 bis 18.30 Uhr eine Veranstaltung mit Musik und Poesie im Atrium des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Leonberg abgehalten. Diese wird von der Künstlerin Jelena Herder geleitet.

Beide Angebote sind kostenfrei und benötigen keine Anmeldung. Sie bieten eine Gelegenheit zur Information, Solidarität und Laden dazu ein, über ehrenamtliches Engagement nachzudenken. Bürgermeisterin Susanne Widmaier hat sich bereits dankbar über dieses Angebot geäußert, das Familien in schweren Lebenssituationen Halt und Menschlichkeit bietet.

Einblicke in die Lebensrealität von Familien

Die Relevanz der Kinderhospizarbeit wird durch verschiedene Initiativen unterstrichen. Ein Beispiel ist ein aktuelles Filmprojekt, das von Florian Krempel, einem Masterstudenten und freien Journalisten aus Mainz, realisiert wurde. Der Kurzfilm, der neun Minuten dauert, ist Teil seiner Masterarbeit im Fach Journalismus und dokumentiert die Arbeit des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Deutschen Kinderhospiz Dienste in Hachenburg. Darin wird der Alltag einer Familie begleitet, deren fünfjähriger Sohn Hugo an einer lebensbedrohlichen Erkrankung leidet. Hugo hat eine chronische Erkrankung und leidet unter schweren epileptischen Anfällen.

Der Film zeigt eindrücklich, wie Ehrenamtliche, darunter Rainer Kiefer, der erste Ehrenamtliche der Deutschen Kinderhospiz Dienste im Westerwald, der Familie helfen. Krempel besuchte die Familie im Frühjahr 2025 und dokumentierte die Beziehung zwischen Hugo, seinem Bruder Joris und seinem Begleiter Rainer. Solche Projekte sind Teil eines umfassenderen engmaschigen Netzwerks, das von dem Deutschen Kinderhospizverein e.V. (DKHV e.V.) gefördert wird. Seit über 30 Jahren ist der DKHV e.V. aktiv in der Kinder- und Jugendhospizarbeit und bietet Unterstützung ab der Diagnose, im Leben, im Sterben und auch über den Tod hinaus.

Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. stellt ein geschütztes Forum für Austausch, Vernetzung und Selbsthilfe bereit. Darüber hinaus gibt es bundesweit über 30 ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste. Eine wichtige Aufgabe des Vereins ist auch, einen offenen Umgang mit den Themen „Sterben und Tod von Kindern“ zu fördern.

Der DKHV e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seine Arbeit größtenteils über Spenden finanziert und die Interessen betroffener Familien in der Gesellschaft, im Gesundheitswesen und in der Politik vertritt. Zu den bundesweiten Aktivitäten des Vereins zählen unter anderem der Tag der Kinderhospizarbeit, das Deutsche Kinderhospizforum und die Verleihung des Deutschen Kinderhospizpreises.

Für weitere Informationen zu den bevorstehenden Aktionstagen und zur Arbeit der Kinderhospizdienste können Interessierte die Websites von Nussbaum.de, Deutsche Kinderhospiz Dienste und DKHV besuchen.