In Stuttgart ist das Parken auf Supermarkt-Parkplätzen ein zunehmend heikles Thema. Die Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor hohen Gebühren und Strafen, die Autofahrer bei falschem Parken drohen. Während einige Märkte eine Parkscheibe verlangen, erfolgt in vielen anderen Fällen eine digitale Überwachung der Parkdauer. Besonders in Bad Cannstatt können Parkverstöße drastische Folgen haben, darunter der Einsatz von Abschleppdiensten und empfindliche Strafzettel.

Verbraucher berichten häufig von unerwarteten Zahlungsaufforderungen, insbesondere wenn sie die Höchstparkdauer überschreiten. Diese variiert je nach Markt; beispielsweise ist bei Lidl eine Stunde Parken erlaubt, während Obi und Aldi zwei Stunden erlauben. Jurist Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale kritisiert die oft unklaren Hinweisschilder, die lediglich an der Einfahrt und in kleiner Schrift angebracht sind, was zu einer hohen Unsicherheit unter den Fahrern führt. Strafen bis zu 400 Euro werden als unverhältnismäßig empfunden.

Unklare Regelungen und hohe Strafgebühren

Parkplätze von Supermärkten, Gaststätten und anderen Einrichtungen werden häufig von privaten Unternehmen überwacht. Laut swr.de sind die digitalen Überwachungen oft mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Autofahrer gehen stillschweigend einen Vertrag ein, wenn sie ihr Fahrzeug abstellen. Verstöße gegen die Parkordnung können zu Vertragsstrafen führen, und nicht zu Bußgeldern, was bedeutet, dass die Regelungen gut sichtbar ausgeschildert sein müssen – was allerdings nicht immer der Fall ist.

Die Verbraucherzentrale hat vermehrt Beschwerden über die als „Abzockerei“ empfundenen Praktiken erhalten. Besonders betroffen sind schrankenlose Parkplätze, wo die Kennzeichenerfassung oft nicht transparent erfolgt. Fälle, in denen Autofahrer trotz korrektem Parken eine Vertragsstrafe erhalten, sind häufig zu beobachten. Es wird empfohlen, Kassenbons als Nachweis für das Parken aufzubewahren und bei Problemen mit den Anbietern in Kontakt zu treten.

Verbraucherschutz und rechtliche Optionen

Oliver Buttler hebt hervor, dass nicht alle Gebühren gerechtfertigt sind. Überhöhte Forderungen könnten rechtlich als Wucher gelten. Während private Anbieter wie Park & Control die Hinweise auf ihre Fairness betonen und behaupten, die meisten Parkvorgänge spielten sich reibungslos ab, ärgern sich viele Verbraucher über unrealistische Beträge, die vereinzelt gefordert werden. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt zudem, dass die Probleme mit unklaren Regeln und hoher Belastung durch Inkassokosten zunehmen, was die Lage zusätzlich verschärft.

Verbraucherschützer empfehlen, bei Unsicherheiten die Verbraucherzentralen zu konsultieren und die Regelungen vor Ort stets genau zu überprüfen. Tipps wie das Fotografieren von Schildern und die Aufbewahrung von Parkbelegen können wertvolle Mittel sein, um sich im Streitfall abzusichern. Die Diskussion über die Fairness der Parkplatzgebühren und Strafen wird in den kommenden Monaten weiterhin im Fokus stehen.