Der Pavillon der Breitwiesenschule in Hochdorf wird im Rahmen einer umfassenden Sanierung und Erweiterung teilweise abgerissen. Die Abbrucharbeiten sollen im April 2026 beginnen und sind notwendig, um den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder zu erfüllen. Die Kosten für den Abriss belaufen sich auf etwa 91.000 Euro, was etwa 15 Prozent über der ursprünglichen Planung liegt, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.

Voraussichtlich werden bei den Arbeiten das Dach und das Erdgeschoss des Pavillons komplett abgerissen, während das Untergeschoss größtenteils erhalten bleibt. Zurzeit erfolgt eine technische Entkernung. Helge Kerner, der Ortsbaumeister, führt die Kostensteigerungen auf präzisere statische Berechnungen zurück. Bürgermeister Gerhard Kuttler ergänzte, dass das Bauen im Bestand in der Regel günstiger ist als ein kompletter Neubau.

Kosten des Projekts und andere Herausforderungen

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die gesamte Sanierung und Erweiterung auf etwa fünf Millionen Euro. Der Anstieg der Abrisskosten sei nur ein kleiner Teil dieser Summe. Die Bauarbeiten haben auch Auswirkungen auf die Lehrerparkplätze, die während der Dauer der Sanierung nicht zur Verfügung stehen werden. Ein neuer Schulwegeplan wird den Eltern und der Schule rechtzeitig zur Verfügung gestellt, um die Situation für alle Betroffenen zu verbessern.

In einem breiteren Kontext stehen Deutschlands Schulen, vor allem die älteren Gebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren, unter enormem Druck. Der Sanierungsbedarf wird auf rund 55 Milliarden Euro geschätzt, während viele Kommunen und Länder mit leeren Haushaltskassen kämpfen. Die Bundesregierung hat am 18. März 2025 ein Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro beschlossen, von dem knapp 100 Milliarden Euro in die Länder und Kommunen fließen sollen. Dies könnte auch zukünftigen Projekten zugutekommen, einschließlich der notwendigen Ganztagsangebote, die ab August 2026 flächendeckend ausgebaut werden müssen, wie Presseportal berichtet.

Voraussichtliche Zeitlinie und nächstes Vorgehen

Die nächsten Ausschreibungspakete für das Projekt sollen im März und April 2026 vergeben werden. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen ist klar, nicht nur um den Anforderungen gerecht zu werden, sondern auch um den steigenden Schülerzahlen, die bis 2035 um rund 758.000 auf insgesamt 11,8 Millionen anwachsen sollen, erfolgreich begegnen zu können. Neue Strukturen sind nötig, da viele Schulgebäude energetisch problematisch sind und auch in Bezug auf Barrierefreiheit und Raumgrößen für moderne Lernkonzepte nicht den heutigen Anforderungen genügen.

Die Entwicklungen in Hochdorf spiegeln die Herausforderungen wider, denen sich viele Kommunen in Deutschland gegenübersehen, wenn es um den Zustand und die Planung von Schulgebäuden geht. Lösungen wie das Multiprojektmanagement in Städten wie Köln, das sich als Erfolgsmodell erwiesen hat, können möglicherweise auch in Hochdorf hilfreich sein, um die Sanierungsmaßnahmen effizient zu gestalten.