Am 4. Februar 2026 gab das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen in Stuttgart bekannt, dass im kommenden Jahr rund 270,63 Millionen Euro für 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 283 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg bereitgestellt werden. Dies wurde von Ministerin Nicole Razavi in einer Pressekonferenz verkündet. Ziel der Städtebauförderung ist nicht nur die Bewältigung städtebaulicher Herausforderungen, sondern auch die Verbesserung der Lebensqualität in den betroffenen Regionen.

Das Förderspektrum umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter die Modernisierung von Gebäuden, die Aufwertung öffentlicher Räume sowie die Schaffung von Wohnraum. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Integration von grüner und blauer Infrastruktur, die für ein nachhaltiges Stadtklima unerlässlich ist. Geplant ist die Entstehung von rund 22.800 neuen Wohnungen, von denen etwa 4.500 in neuen Sanierungsgebieten geschaffen werden sollen. Zudem sind umfassende Modernisierungen von rund 9.700 Wohnungen vorgesehen, etwa 2.400 davon in neuen Sanierungsgebieten.

Beispielprojekte und Schwerpunkte

Insgesamt werden 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen unterstützt, darunter 57 neue Projekte und 262 bestehende Sanierungsgebiete. Beispielprojekte sind unter anderem in Dornstadt, wo über 800 neue Wohnungen im Sanierungsgebiet „Dornstadter Höfe“ geplant sind, sowie in Ulm, wo im „Dichterviertel II“ 440 neue Wohneinheiten und 225 Modernisierungen umgesetzt werden. Auch in Sindelfingen wird am Stadtquartier im Sanierungsgebiet „Marktplatz und Post- / Volksbank-Areal“ gearbeitet.

Die Städtebauförderung fördert darüber hinaus generationenübergreifende Angebote und Begegnungsflächen. Klimaschutzmaßnahmen, die auch energetische Sanierungen und die Verbesserung der grünen Infrastruktur umfassen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere wird die Entwicklung von Gewerbebrachen gefördert, wie die Umnutzung von ehemaligen Krankenhausarealen in Calw zeigt.

Bundesweite Perspektive der Städtebauförderung

Die Städtebauförderung des Bundes besteht seit über 50 Jahren und hat sich als unerlässliches Instrument zur nachhaltigen Stadtentwicklung etabliert. Im Bundeshaushalt 2024 stehen dafür 790 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderziele umfassen die Stärkung von Innenstädten und Ortszentren sowie die Stabilisierung und Aufwertung sozial benachteiligter Quartiere. Auch die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen in Gebieten mit Funktionsverlusten ist ein zentrales Anliegen.

Die Programme der Städtebauförderung bieten vielfältige finanzielle Unterstützungen und sind Teil des Gesamtdeutschen Fördersystems zur Unterstützung strukturschwacher Regionen. Die umfangreiche Erfahrung zeigt, dass jeder Fördereuro durchschnittlich acht Euro an Folgeinvestitionen generiert, was die Städtebauförderung zu einem wichtigen regionalen Wirtschaftsmotor macht.

Über die Jahre wurden an mehr als 900 Kommunen in über 3.400 Sanierungsgebieten mehr als 9 Milliarden Euro an Bundes- und Landesfinanzhilfen bereitgestellt. Die Städtebauförderung bringt häufig auch private Investitionen mit sich, was zusätzlich zum Erfolg der Maßnahmen beiträgt.

Für weitere Informationen zur Städtebauförderung in Deutschland besuchen Sie die Website des Ministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwirtschaft sowie die Seite zu den Städtebau-Förderprogrammen.

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