Am 11. Februar 2026 wurde in Stuttgart-Weilimdorf ein schwer verletzter 22-jähriger Mann aufgefunden. Passanten entdeckten ihn gegen 22:45 Uhr auf einem Stein in einer Grünanlage nahe der Wolfbuschschule. Der junge Mann hatte Schnittverletzungen am Hinterkopf, im Gesicht, an der Hand und am Oberschenkel. Er bat um Hilfe, und Rettungskräfte brachten ihn ins Krankenhaus. Die Polizei geht davon aus, dass er möglicherweise Opfer einer Gewalttat wurde, jedoch scheint eine Schusswaffe nicht beteiligt gewesen zu sein. Der 22-Jährige selbst gibt keine Auskunft über die Umstände seiner Verletzungen.
Die Ermittler prüfen nun mögliche Verbindungen zu einem Vorfall im Dezember, bei dem es auf einem Spielplatz zu Schüssen gekommen war. Bei diesem Vorfall waren zwei Gruppen mit mindestens 15 Personen beteiligt, und ein 16-Jähriger wurde schwer verletzt. Die Polizei hat das Gebiet rund um die Wolfbuschschule durchsucht und sucht Zeugen, die am Donnerstagabend etwas Auffälliges bemerkt haben. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0711/8990-5778 zu melden. Weitere Informationen zu dem Vorfall finden Sie auch auf Stuttgarter Nachrichten.
Rückblick auf den Vorfall im Dezember
Im Dezember, als es zu den Schüssen auf dem Spielplatz kam, wurde ein 16-Jähriger nach einem Streit angeschossen. Diese Gewaltspirale hat die Anwohner beunruhigt und wirft Fragen zur Sicherheit in der Region auf. Der Vorfall zeigt, dass Gewalt unter Jugendlichen ein ernstes Problem darstellt, das nicht ignoriert werden kann. Auch die Polizei ist alarmiert und nimmt die Situation ernst, um weitere Gewalttaten zu verhindern.
Ein Blick auf die Gewaltkriminalität in Deutschland
Gewaltverbrechen machen in Deutschland weniger als 4% aller polizeilich erfassten Straftaten aus, beeinflussen jedoch das Sicherheitsgefühl der Menschen stärker als Diebstahl oder Betrug. Im Jahr 2024 wurden rund 217.000 Gewaltverbrechen registriert, die höchste Zahl seit 2007. Die Zahl der jährlichen Gewaltopfer beträgt etwa 260.000 und hat in den letzten Jahren zugenommen. Mögliche Gründe für diesen Anstieg sind wirtschaftliche Unsicherheiten und soziale Belastungen, die insbesondere jüngere Menschen betreffen.
Die Polizei konnte in gut drei Viertel der Fälle Gewalttaten aufklären, wobei rund 197.000 Tatverdächtige ermittelt wurden, von denen circa ein Drittel jünger als 21 Jahre ist. Dies zeigt, dass der Anteil junger Gewalttäter zugenommen hat. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend, insbesondere wenn man bedenkt, dass 2023 rund 2.740 Gewalttaten gegen Rettungskräfte mit circa 3.970 Opfern erfasst wurden, was Höchststände darstellt. Die Gründe hierfür können in Extremsituationen sowie in psychischen Belastungen durch die Corona-Maßnahmen liegen. Eine Umfrage im Mai 2024 ergab zudem, dass 94% der Deutschen Gewalt und Aggression gegen Personen aus Politik, Polizei und Rettungswesen als großes Problem ansehen. Weitere Informationen zur Gewaltkriminalität in Deutschland finden Sie auf Statista.