Rund 200 Menschen haben am Freitagabend in Bad Cannstatt gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD demonstriert. Im Kursaal fand die Veranstaltung mit dem Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier statt, was zahlreiche Aktivisten auf den Plan rief. Die Protestierenden versammelten sich gegen 18 Uhr auf dem Wilhelmsplatz, einem Zugang zur Marktstraße. Organisiert wurde die Demonstration von „Stuttgart gegen Rechts“, einem Aktionsbündnis bestehend aus verschiedenen linken Organisationen.

Das Motto der Veranstaltung lautete: „Gegen die Normalisierung der AfD“. Maria Salz, Sprecherin des Bündnisses, bezeichnete die Wahlveranstaltung als gezielte Provokation in einem Stadtgebiet mit hohem migrantischen Anteil. Die Demonstration war als klare Antwort auf die Ansprüche der AfD formuliert, die die Protestierenden als gefährlich empfinden.

Transparente und Polizeipräsenz

Die Teilnehmer zeigten Transparente mit klaren Aufschriften wie „Faschismus ist keine Meinung“ und „Keine Ruhe für rechte Hetzer“. Im Gegensatz zu früheren Protesten entschieden sich die Aktivisten, auf einen Gitterprotest vor dem Kursaal zu verzichten. Aus Sicherheitsgründen war das Kursaal-Gelände von der Polizei abgesperrt, die mit einem starken Aufgebot präsent war.

Die Polizei meldete, dass es während der Protestveranstaltung keine Zwischenfälle gegeben habe. Im November hatten einige Linksaktivisten bei einer ähnlichen Veranstaltung versucht, die Absperrungen zu umgehen. Eine Rednerin des Bündnisses unterstrich während der Demonstration, dass der Protest gegen die Normalisierung der AfD gerichtet sei und sich gegen rechte Hetze, Diskriminierung und Ausgrenzung wandt.

Landesweite Protestwelle

Die Proteste in Bad Cannstatt sind Teil einer größeren Bewegung, die im gesamten Land sichtbar wird. Seit Jahresbeginn 2023 demonstrieren Millionen Menschen in Deutschland gegen den Rechtsextremismus. Diese Proteste richten sich insbesondere gegen die AfD und mögliche Kooperationen etablierter Parteien mit rechten Kräften. Laut Informationen von demokrateam.org haben seit dem Großprotest gegen den AfD-Parteitag in Riesa am 11. und 12. Januar über 1,7 Millionen Menschen an den Protesten gegen Rechts teilgenommen.

Die größte Demonstration fand am 8. Februar 2025 in München statt, bei der laut Polizei mindestens 250.000 Menschen teilnahmen, während die Organisatoren von bis zu 320.000 sprechen. Diese Protestwelle wurde durch einen Bericht über ein rechtsextremes Treffen in Potsdam, an dem AfD- und CDU-Politiker teilnahmen, ausgelöst. Die anhaltenden Proteste sind ein starkes Zeichen dafür, dass sich viele Menschen gegen die zunehmende Normalisierung von extrem rechten Positionen engagieren.

Aktuelle Informationen über weitere geplante Demonstrationen in ganz Deutschland sind auf verschiedenen Plattformen verfügbar, um die Bürger zu mobilisieren und die Stimme gegen Rechtsextremismus zu erheben.