In der Städtischen Kunstsammlung Murrhardt eröffnet eine besondere Ausstellung, die den 175. Geburtstag des berühmten Malers Heinrich von Zügel würdigt. Diese Ausstellung zeigt Aspekte seines Schaffens, die in Murrhardt bislang unbekannt waren. Zügel, geboren am 22. Oktober 1850 in Murrhardt, gilt als ein maßgeblicher Vertreter des deutschen Impressionismus und war Mitbegründer der Münchner Sezession. Er widmete sich vor allem der Tiermalerei und schuf zahlreiche Werke, die häufig Nutz- und Haustiere in Verbindung mit Menschen zeigen, oft in humoristischen oder dramatischen Szenarien.

Zusätzlich zu seinen bekannten Motiven präsentiert die Ausstellung auch zeichnerische Frühwerke sowie ungewöhnliche und unvollendete Bilder. Einige dieser Arbeiten wurden in Murrhardt bisher nie gezeigt und bieten somit neue Perspektiven auf Zügels bekannteste Werke. Unfertige Bilder zeugen von seiner handwerklichen Virtuosität und laden die Besucher dazu ein, einen tieferen Einblick in seine künstlerische Entwicklung zu gewinnen.

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Ein Leben für die Kunst

Heinrich von Zügel hatte eine beeindruckende Laufbahn, die ihn durch zahlreiche Stationen und auf zahlreiche Studienreisen führte. Seine Ausbildung begann 1867 an der Stuttgarter Kunstschule und setzte sich in München fort, wo er bei Anton Braith, einem renommierten Tiermaler, studierte. Zügel wirkte über 25 Jahre als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er zeitweise auch als Rektor tätig war. In dieser Zeit prägte er viele junge Künstler und führte die „Zügelschule“ ein, die große Beliebtheit genoss.

Sein Lebensthema „Schwere Arbeit“ wird in über 20 Werken mit Ochsengespannen thematisiert. Zügel reiste auch nach Holland und an die belgische Küste, was seinen Stil beeinflusste und zu einer lockeren Malweise führte, bei der er Details zugunsten des Gesamteindrucks reduzierte. Seine Werke wurden international anerkannt, und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldmedaille auf der Wiener Weltausstellung 1873 für „Schafswäsche“.

Ein Erbe, das bleibt

Die Ausstellung in Murrhardt ist nicht nur eine Hommage an Zügels Leben und Werk, sondern auch eine Gelegenheit, seine Verbindung zu seiner Heimatstadt zu würdigen. Zügel hielt den Kontakt zu Murrhardt durch regelmäßige Besuche und sein Atelier auf dem Wolkenhof, das bis heute erhalten ist. Er verstarb am 31. Januar 1945 in München, doch sein künstlerisches Erbe lebt weiter. In Wörth am Rhein, wo er Ehrenbürger war, gibt es eine Gedächtnisgalerie zu seinen Ehren.

Besucher der Städtischen Kunstsammlung Murrhardt haben die Gelegenheit, die Ausstellung an mehreren Tagen kostenlos zu besuchen. Die freien Eintrittstage sind der 26. April 2026 (Murrhardter Frühling), der 17. Mai 2026 (Internationaler Museumstag), der 20. September 2026 (Tag des Schwäbischen Waldes) und der 4. Oktober 2026 (Naturparkmarkt). Veranstalter der Ausstellung ist die Stadt Murrhardt. Für Kunstliebhaber und Interessierte ist dies ein einmaliges Erlebnis, das die Facetten eines der bedeutendsten deutschen Tiermaler würdigt.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zu Heinrich von Zügel finden Sie auf der Webseite der Städtischen Kunstsammlung Murrhardt sowie auf Art in Words und Neumeister.