Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz hat weitreichende Implikationen für die Arbeitnehmer. Insbesondere die Geschichte des 28-jährigen Frederik Riesel aus Winterbach verdeutlicht, wie tiefgreifend die Veränderungen in der Arbeitswelt sind. Nachdem er als Werkstudent bei Mercedes gute Chancen auf eine Anstellung hatte, führte ein Einstellungsstopp zu einem abrupten Umbruch seiner beruflichen Perspektive. Riesel schrieb über 100 Bewerbungen, erhielt jedoch keine positiven Rückmeldungen. In dieser Zeit beschreibt er seine situative Wende als Glücksfall: Er arbeitet nun in der Autowerkstatt Bürk Karosserie & Lack und hat dort die Verantwortung für KI und Digitalisierung übernommen, was ihm neue Karrieremöglichkeiten eröffnet hat. zvw.de berichtet, dass Riesel, trotz seines ursprünglichen Berufsziels, in einer völlig anderen Umgebung erfolgreich sein kann.

Die Realität vieler Beschäftigter hingegen sieht anders aus. In vielen Branchen herrscht die Angst, dass Automatisierung Arbeitsplätze überflüssig machen könnte. Die wenigsten sind optimistisch über die Zukunft ihrer Berufe, seien es klassische Bürojobs, Aufgaben in der Verwaltung, oder gar Positionen in der Medizin, die zunehmend automatisiert werden. Studierende wie Olivia Hupe sind besorgt, insbesondere über die Perspektiven für Berufseinsteiger, die in einem sich rasant verändernden Arbeitsmarkt bestehen müssen. Laut tagesschau.de sorgen sich viele Beschäftigte um den Wert ihrer Kenntnisse und Qualifikationen.

Veränderungen durch KI

Die Entwicklungen im Bereich der KI sind als bedeutende Treiber des Wandels in der Arbeitswelt zu verstehen. Die Automatisierung und fortschreitende Vernetzung haben bereits jetzt Auswirkungen auf die Berufsbilder und Tätigkeiten. Experten befürchten, dass mittlerweile ⅔ aller Arbeitsplätze potenziell von KI betroffen sein könnten. Während einige Berufe überflüssig werden, entstehen gleichzeitig neue Tätigkeitsfelder. Eine Studie zeigt, dass bis 2019 lediglich 6 % der Unternehmen in Deutschland KI einsetzten, was auf ein Hemmnis bei der Einführung moderner Technologien hinweist. In diesem Kontext ist es auch interessant, dass zwischen 2016 und 2018 durch den begrenzten KI-Einsatz in Deutschland rund 48.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind. bpb.de verdeutlicht, dass trotz der Herausforderungen durch KI, auch Chancen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bestehen.

Ein zentrales Anliegen bleibt jedoch die Qualifizierung der Mitarbeiter. Die IG Metall warnt, dass die Anforderungen an die Beschäftigten steigen werden. Die Verantwortung der Unternehmer in der Qualifizierungspolitik ist dabei ausgesprochen wichtig. Nur durch gezielte Schulungen und Weiterbildungen können Mitarbeiter ihre Fähigkeiten anpassen und in einer zunehmend automatisierten Welt bestehen bleiben. Beschäftigte in kaufmännischen Berufen stehen in diesem Zusammenhang oft unter Druck. Zukünftige Jobs werden weiterhin Wissen erfordern, besonders in Bereichen mit starker zwischenmenschlicher Interaktion, wie in der Pflege oder in handwerklichen Berufen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anwendung von Künstlicher Intelligenz sowohl Risiken als auch Chancen mit sich bringt. Wie bei Frederik Riesel, der in seiner neuen Rolle als KI-Beauftragter nach einer Zeit des Umbruchs neue Perspektiven gefunden hat, können Arbeitnehmer durch Weiterbildung und flexible Anpassungen an neue Technologien bestehen. Dennoch bleibt die Unsicherheit über die zukünftigen Entwicklungen am Arbeitsmarkt prevalent und erfordert sowohl gesellschaftliche als auch politische Lösungen, um die Herausforderungen der KI zu meistern.