In Winnenden hat die Hungerberg-Grundschule Grund zur Freude: Nach jahrelangen Verzögerungen wird endlich ein neuer Trakt mit einer kleinen Turnhalle, Räumen für die Schulkindbetreuung und einer Mensa errichtet. Der Gemeinderat stimmte am 24. Februar einstimmig für das Bauvorhaben, das spätestens Anfang 2029 fertiggestellt sein soll. Rektorin Ulrike Dengler und Konrektorin Alicia Grötsch äußerten sich begeistert über die Entscheidung, die nach langer Planung und vielen Hürden nun Realität werden kann. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie in dem Artikel von der ZVW.

Das neue zweistöckige Multifunktionsgebäude wird nicht nur den Bedürfnissen der Schüler gerecht, sondern auch den Anforderungen an moderne Lernumgebungen. Geplant ist eine Holzbauweise für nicht erdberührende Bauteile, die sowohl ästhetisch als auch ökologisch ansprechend ist. Im Obergeschoss werden vier Betreuungszimmer und Büroräume untergebracht, während im Untergeschoss die Turnhalle, die Mensa und ein Serverraum entstehen. Die Hanglage des Grundstücks sorgt dafür, dass das Gebäude von der Hungerbergstraße aus wie ein eingeschossiges Bauwerk wirkt, obwohl es tatsächlich zwei Etagen hat. Der Zugang erfolgt sowohl über das Ober- als auch das Erdgeschoss. Dies ermöglicht eine parallele Nutzung durch Vereine und die Schule, unterstützt durch zwei getrennte Treppenhäuser.

Nachhaltigkeit im Fokus

Besonders erwähnenswert ist die nachhaltige Planung des Projekts. Transsolar, ein Unternehmen, das thermische Simulationen zur Frischluftversorgung durchführte, stellte nachweislich fest, dass die Sporthalle und die Betreuungsbereiche ohne mechanische Lüftung ausreichend frische Luft erhalten können. Dennoch sind mechanische Lüftungen für die Küche, Umkleideräume und Toiletten vorgesehen. Die Mensa wird mit einer mechanischen Grundlüftung ausgestattet, die durch Fensterlüftung ergänzt wird. Die Beheizung des gesamten Gebäudes erfolgt durch Fernwärme, da Geothermie hier nicht realisiert werden kann. Die CO2-Emissionsbilanz des Betriebs beträgt jährlich 33 Tonnen CO2, jedoch ist eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach geplant, die dazu beitragen soll, die Emissionen auszugleichen und möglicherweise einen CO2-positiven Status im Betrieb zu erreichen.

Der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen, mit einer Fertigstellung im Herbst 2026. Dies ist besonders wichtig, da der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im ersten Grundschuljahr 2026 rechtskräftig wird. Somit wird das neue Gebäude nicht nur ein Ort für sportliche Aktivitäten und gemeinsames Essen, sondern auch ein zentraler Bestandteil der schulischen Infrastruktur in Winnenden.

Bildung und Architektur im Einklang

Das Projekt an der Hungerberg-Grundschule steht im Einklang mit den Bemühungen der Montag Stiftungen, die sich seit über 10 Jahren für neue Ansätze im Schulbau einsetzen. Zusammen mit Experten aus Pädagogik, Architektur und Planung wird angestrebt, Schulbauten zu schaffen, die hochwertige und zeitgemäße Bildung ermöglichen. Schwerpunkte wie pädagogische Architektur und Inklusion werden dabei stets berücksichtigt. So formulieren die Leitlinien für Schulbauten Qualitätsstandards, die auch in Winnenden Anwendung finden werden. Weitere Informationen zu den Initiativen im Bildungsbau können Sie auf dem Bildungsserver nachlesen.

Insgesamt wird das neue Gebäude der Hungerberg-Grundschule nicht nur den aktuellen Anforderungen an Bildung gerecht, sondern setzt auch Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit und architektonischem Denken. Die Schüler und das gesamte Schulumfeld dürfen sich auf eine moderne, funktionale und umweltfreundliche Lernumgebung freuen.