Die Integration und Förderung junger Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund erfreut sich das Beispiel von Mona Jägle, einer 18-jährigen gehörlosen Auszubildenden zur Malerin im BBW Winnenden, großer Aufmerksamkeit. Sie absolviert derzeit ihr zweites Ausbildungsjahr und hat zuvor das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf erfolgreich abgeschlossen. Ihr Ausbilder, Stefan Säckl, beschreibt sie als motiviert und mit einem besonderen Gespür für Farben und Pinsel, das sie bereits während ihrer Schulzeit in kreativen Projekten unter Beweis stellte, die in Winnenden sichtbar sind.
Mona macht ein Praktikum im Malerbetrieb Limberger, wo sie das Team mit ihrer schnellen Einarbeitung und der erfolgreichen Kommunikation ohne Gebärdensprache beeindruckt. Die Malermeisterin Sarah Josef und Baustellenleiter Thomas Kapp heben Monas Fähigkeiten hervor, die sie bei verschiedenen Aufgaben zeigt, darunter Spachtel- und Schleifarbeiten, das Entfernen von Tapeten und das Tapezieren mit Glattvlies. Sie hat bereits kreative Maltechniken auf Musterplatten ausprobiert und half auch beim Verlegen von Vinyl-Böden.
Inklusion in der Bildung
Das Beispiel von Mona Jägle ist nicht nur ein individuelles Erfolgserlebnis, sondern auch ein Zeichen für die Fortschritte, die im Rahmen der inklusiven Bildung in Deutschland erzielt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen anerkannt und setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen von der frühen Bildung bis zur Erwachsenenbildung ein. Inklusive Bildung ist ein zentraler Schwerpunkt, der durch verschiedene Forschungsprojekte, unter anderem zur Entwicklung barrierefreier Lernumgebungen, unterstützt wird. Diese Projekte orientieren sich an den individuellen Lebens- und Lernverhältnissen der Teilnehmenden und fördern die Zusammenarbeit und den Austausch auf europäischer Ebene.
Mona selbst ist ein lebendiges Beispiel für die Vorteile inklusiver Bildung. Ihre Arbeiten im Malerbetrieb Limberger und die Tatsache, dass sie für manche Tätigkeiten nur die Hälfte der Zeit benötigt hat, die andere Auszubildende benötigen, zeigen, wie wichtig individuelle Förderung und die Schaffung barrierefreier Bedingungen sind. Der Malerbetrieb Limberger hebt hervor, dass Mona eine Bereicherung für das Team darstellt, und sie wird herzlich eingeladen, jederzeit wiederzukommen.
Friedensbildung durch den Ulli-Thiel-Friedenspreis
Parallel zu Monas Geschichte geht auch der Ulli-Thiel-Friedenspreis in die nächste Runde. Dieser Wettbewerb, der im Schuljahr 2025/2026 bereits zum siebten Mal stattfindet, zielt darauf ab, die Friedensbildung in Baden-Württemberg zu stärken. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit, in verschiedenen Formaten wie Videos, Kunstwerken, Unterrichtseinheiten oder Projekten ihre Beiträge einzureichen. Die Einsendungen können bis zum 27. März 2026 eingereicht werden, nachdem der Wettbewerb offiziell am Weltfriedenstag, dem 21. September 2025, startet. Die Veranstalter sind unter anderem die Evangelische Landeskirche in Baden und die Deutsche Friedensgesellschaft.
Der erste Preis ist mit 500 Euro dotiert, weitere Preise mit bis zu 200 Euro. Neben Einzelpersonen sind auch ganze Klassen oder Schulen zur Teilnahme eingeladen, unabhängig von Alter und Schulart. Das Engagement für Frieden und der Austausch über kreative Ansätze zur Friedensbildung sind zentrale Elemente dieses Preises.
Monas Weg zeigt, dass jede Person, unabhängig von ihren individuellen Herausforderungen, unterschiedliche Talente und Fähigkeiten hat, die erkannt und gefördert werden sollten. Gleichzeitig spricht der Ulli-Thiel-Friedenspreis für ein bewussteres Miteinander in der Gesellschaft und lädt zur aktiven Teilhabe an wichtigen Themen ein.