In Schwaigern plant die Stadtverwaltung die Umwandlung von acht wenig genutzten Spiel- und Bolzplätzen in Bauplätze. Ein weiterer Platz soll sogar ganz entfallen. Dies berichten swr.de. Das Ziel dieser Maßnahme besteht darin, sich auf die gut frequentierten Plätze zu konzentrieren und deren Attraktivität zu steigern. Bürgermeisterin Sabine Rotermund (parteilos) hat die Entscheidung über die Umwandlungen im Gemeinderat Ende September vertagt, um die geplanten Flächen noch einmal zu überprüfen.
Widerstand regt sich bereits aus der Bürgerschaft. So gibt es eine Petition zum Erhalt des Spielplatzes in der Stifterstraße, die über 900 Unterschriften gesammelt hat, sowie mehrere hundert Unterschriften für den Spielplatz im Orffweg in Schwaigern-Massenbach. Die Stadt hofft durch den Verkauf der Grundstücke auf Einnahmen von knapp zwei Millionen Euro, um die Finanzlage zu verbessern. Allerdings betont Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg (CDU), dass die Finanznot nicht der Hauptgrund für die Umwandlungen sei.
Kosten für Unterhalt und Pflege
Die Stadtverwaltung steht vor der Herausforderung, dass der Unterhalt, die Pflege und die Wartung der Spielflächen kostspielig sind. Der Trend zur Umwandlung von Spielplätzen in Bauland ist jedoch nicht auf Schwaigern beschränkt. Auch in Städten wie Weissach im Tal, Lauffen und Eppingen werden ähnliche Schritte unternommen.
Ein zentraler Aspekt dieser Umwandlungen ist das Baugesetzbuch (§ 1 BauGB Abs. 5), welches vorsieht, dass Kommunen bestehende Baulücken nutzen oder Altlasten sanieren, bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden. In Anbetracht des Wohnraummangels in Baden-Württemberg wird diese Vorgehensweise als legitim angesehen. Jäger weist allerdings darauf hin, dass es in der Gesellschaft eine geringe Bereitschaft zur Veränderung gibt.
Investitionen in Spielplätze deutschlandweit
<pEine Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes unter 81 Großstädten in Deutschland zeigt, dass Investitionen in öffentliche Spielplätze nicht primär von der kommunalen Finanzlage abhängig sind. In einigen Kommunen wurden die Finanzmittel für Spielplätze gekürzt, während andere Städte trotz finanzieller Engpässe hohe Ausgaben für diese Einrichtungen leisten. Diese Ergebnisse belegen, dass die Unterschiede in der Anzahl und Größe der Spielplätze sowie den Ausgaben für deren Instandhaltung und Investitionen erheblich sind.
Die Umfrage fordert die Kommunen auf, mehr finanzielle Mittel für Spielplätze bereitzustellen, damit Kinder täglich die Möglichkeit haben, im Freien zu spielen – eine essentielle Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen. Gleichzeitig warnt das Deutsche Kinderhilfswerk vor dem Trend, Spielflächen in Bauland umzuwandeln. Die Notwendigkeit sicherer, gut erreichbarer Spielplätze bleibt ein wichtiges Anliegen, das durch Unterstützung von Bund und Ländern verstärkt werden sollte, um Kindern einen sicheren Raum zum Spielen zu bieten.
Zusammenfassend steht Schwaigern vor einer bedeutenden Entscheidung. Die Versammlung bei der Gemeinderatssitzung am Ende September wird zeigen, welchen Weg die Stadt einschlägt, und ob die Stimmen der Bürger letztlich Gewicht in den Überlegungen finden. Nutzen die Kommunen tatsächlich die verfügbaren Flächen oder befinden wir uns am Anfang eines umfassenden Rückbaus der Spielplatzinfrastruktur?