Am Geiseltalsee in Braunsbedra, Sachsen-Anhalt, sorgt eine mögliche Sichtung eines Pumas für Aufregung. Ein Handyvideo, das ein Tier zeigt, das als Große Katze identifiziert wird, hat, laut Berichten von ZVW, die Polizei alarmiert. Die Aufnahme wurde am Freitagabend im Bereich des Hafens von einer Mitarbeiterin des Landratsamtes erstellt.

Die Dezernentin des Saalekreises, Sabine Faulstich, schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Puma handelt, auf 80 Prozent. Am Montag wurde der Landkreis über die Sichtung informiert und die Bevölkerung über die Warn-App Nina gewarnt. Die Menschen wurden dringend aufgefordert, sich vom Tier fernzuhalten und Hunde an der Leine zu halten.

Suchaktion aus der Luft und vom Wasser

Drei Teams sind mit Drohnen im Einsatz, um das Tier zu finden; die Polizei bereitet sogar ein Schlauchboot vor, um vom Wasser aus nach der Großkatze zu suchen. Sollte das Tier gesichtet werden, plant ein Experte, es zu betäuben und in einen Zoo zu bringen. Der Bergzoo Halle hat bereits seine Zustimmung zur Aufnahme des Tieres gegeben, berichtet Tagesspiegel.

Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass das Tier aus einem Zoo oder Zirkus geflohen ist. Die Behörden vermuten, dass eine illegale Haltung vorliegt. Ein in der Nähe des Sees gerissenes Kalb wird zurzeit untersucht, um festzustellen, ob es von einer Raubkatze getötet wurde.

Reaktionen und vergangene Vorfälle

Die Sichtung hat auch Tierschutzorganisationen auf den Plan gerufen. Peta hat eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise auf den Halter des Tieres ausgesetzt. Der Zoo-Sprecher Tom Bernheim äußerte, dass das Videomaterial eine gründliche Auswertung erschwert, da die Qualität schlecht ist. Aus seiner Sicht könnte es sich um eine Großkatze oder ein Raubtier handeln, eine definitive Aussage ist jedoch nicht möglich.

In der Region gibt es keine speziellen Regelungen zur Haltung gefährlicher Tiere, im Gegensatz zu anderen Bundesländern. Tierschutzorganisationen kritisieren die Situation und fordern gesetzliche Regelungen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Ein ähnlicher Vorfall in der Region von vor vier Jahren stellte sich als Leopard aus privater Haltung heraus. Ein weiterer Vorfall in Kleinmachnow endete vor zwei Jahren mit der Entdeckung eines Wildschweins.

Die Polizei überwacht das Gebiet großräumig und warnt die Bevölkerung weiterhin vor möglichen Gefahren durch das Tier, während die Suche nach dem Puma rund um den Geiseltalsee anhaltend im Gange ist.