Laura Siegemund hat am Sonntag einen bemerkenswerten Titel in Nottingham gewonnen, nachdem sie zuvor in Bad Homburg in der ersten Runde gegen Victoria Asarenka mit 2:6, 2:6 verloren hatte. Der Erfolg in Nottingham, wo Siegemund an der Seite von Vera Zvonareva den Doppel-Titel bei den WTA-Finals errang, war ein Highlight in ihrer Karriere. In diesem historischen Finale setzten sie sich mit 6:4, 6:4 gegen das Duo Ellen Perez und Nicole Melichar-Martinez durch und wurden die ersten deutschen Doppelspielerinnen, die diesen Titel in der über 50-jährigen Geschichte des Turniers gewinnen konnten. Die Spielerinnen hatten in dieser Saison bereits vier Titel auf der Tour gewonnen, was von der Bundestrainerin Barbara Rittner als außergewöhnlich gelobt wurde.

Nach ihrem Triumph in Nottingham stand Siegemund vor einer neuen Herausforderung: Am Donnerstag und Freitag wird sie im Billie Jean King Cup in Sevilla für das deutsche Team gegen Italien und Frankreich antreten. Dieser zeitliche Druck ist besonders groß, da Siegemund nur zwei Stunden Schlaf vor ihrem Match hatte. Sie machte sich am Tag des Spiels früh auf den Weg, stand um 2 Uhr auf, legte eine einstündige Busfahrt zurück und musste um 5:30 Uhr fliegen. Nach ihrer Ankunft im Hotel um 10 Uhr blieb ihr lediglich eine Stunde zum Ausruhen, bevor sie kurz vor dem Wettkampf trainierte.

Kritik an den Spielansetzungen

Angesichts des intensiven Reise- und Spielplans äußerte Siegemund Kritik an den Spielansetzungen der Veranstalter. Sie hatte vorgeschlagen, das Doppel-Finale in Nottingham vor dem Einzel-Finale zu spielen, um ihre Anreise zu erleichtern. Dieser Wunsch wurde jedoch von den Organisatoren abgelehnt. Siegemund erhielt außerdem kurzfristig eine Wildcard für das Hauptfeld in Bad Homburg und wäre gerne besser aus dieser Möglichkeit herausgekommen, um ihr Potenzial optimal auszuschöpfen.

Die Organisatoren in Bad Homburg gaben an, dass die Informationen zur Spielansetzung rechtzeitig weitergegeben wurden. Dennoch bleibt der Terminstress im Welttennis ein Thema, das Rittner und andere Beteiligte besorgt. Die fehlende Koordination zwischen den internationalen Tennisverbänden und die Herausforderungen, die sich aus den straffen Zeitplänen ergeben, wurden von den Verantwortlichen immer wieder angesprochen.

Insgesamt stellt Siegemunds Reise von der Spitze des Erfolgs in Nottingham zu den Herausforderungen des Billie Jean King Cups einmal mehr die Belastungen von Profisportlern in den Vordergrund. Die Frage, wie man Spitzenleistungen unter extremen Bedingungen erzielt, bleibt im Fokus der Diskussion und wird sicher auch bei zukünftigen Medienberichten über die Sportlerin thematisiert.