Am 23. Februar 2026 fand in Weinstadt ein bemerkenswerter Auftritt der Autorin Brigitte Lunguieki Malungo statt. Die 36-Jährige, die in Beutelsbach aufgewachsen ist und mittlerweile in Madrid lebt, hat sich in ihrer alten Heimat versammelt, um Lesungen abzuhalten und ihrer Familie einen Besuch abzustatten. Ein ganz besonderer Moment für Malungo war ihr Auftritt an der Reinhold-Nägele-Realschule, wo sie 2006 ihre mittlere Reife gemacht hat. Dort stellte sie ihr Buch „Meine Haut packt aus“ vor, das sich intensiv mit Rassismuserfahrungen auseinandersetzt und den Schülern wertvolle Ratschläge gibt, wie Schulen gegen Rassismus vorgehen können. Mehr über Malungos Engagement für dieses wichtige Thema können Sie in einem Artikel auf der Website des Zeitungsverlags Waiblingen nachlesen.
Die Lesung, die Anfang Mai am Friedrich-Schiller-Gymnasium stattfand, wurde vom 7er-Rat unterstützt und war Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus“. Malungo erklärte, dass ihr Buch kein „Wohlfühlbuch“ sei, sondern durch realistische Kurzgeschichten den (Alltags-)Rassismus thematisiert. Ein prägnantes Beispiel aus ihrem Leben war die schwierige Wohnungssuche ihrer Familie, die durch ihre Herkunft geprägt war. Während der Veranstaltung hatten die Schüler*innen die Gelegenheit, Fragen an die Autorin zu stellen, was einen wichtigen Moment für das Verständnis über Rassismus darstellte, da im Auditorium kaum „Schwarze“ anwesend waren. Weitere Informationen zu dieser Lesung finden Sie auf der Webseite des Friedrich-Schiller-Gymnasiums.
Rassismus an Schulen: Ein aktuelles Problem
Die Themen, die Malungo in ihren Lesungen anspricht, sind aktueller denn je. Immer wieder berichten Betroffene von Rassismus an Schulen. Ein Beispiel hierfür ist die 12-jährige Nouha aus Hanau, die im kommenden Schuljahr ihr Abitur macht. Sie hat in der Vergangenheit Diskriminierung erfahren, unter anderem durch eine rassistische Bemerkung eines Lehrers über das Tragen eines Kopftuchs. Solche Erfahrungen haben sie dazu motiviert, sich in der Schülervertretung zu engagieren und aktiv gegen Rassismus vorzugehen.
Nouha ist auch als Workshopleiterin bei der Hanauer Bildungsinitiative Ferhat Unvar aktiv, die nach dem Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 gegründet wurde. Sie berichtet von weiteren Vorfällen, wie rassistischen Bemerkungen an anderen Schulen, die sie zur Sprache bringt. Ihre Erlebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Schulen und Lehrkräfte sensibel mit dem Thema Rassismus umgehen und bereit sind, eigene Erfahrungen zu teilen. Mehr über ihre Geschichte und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, können Sie auf der Webseite des Deutschen Schulportals nachlesen.
Brigitte Malungo und Nouha stehen stellvertretend für viele, die sich gegen Rassismus einsetzen und versuchen, das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen. Ihre Geschichten sind ein eindringlicher Aufruf, über Rassismus in Schulen nicht zu schweigen und aktiv zu werden.