Die Bäckerei Schöllkopf in Waiblingen wird ab dem 1. Februar 2026 den Preis für ihre Brezeln auf einen Euro anheben. Diese Entscheidung wirft die Frage auf, ob auch andere Bäckereien in Waiblingen nachziehen werden. Momentan herrscht Unklarheit über die Preisentwicklungen bei anderen Betrieben in den kommenden Wochen und Monaten. Die Preiserhöhung ist Teil einer breiteren Diskussion über die Preisgestaltung von Backwaren wie Brötchen und Brot und zeigt, wie coerble Kaufentscheidungen der Kunden von den sich verändernden Preisen beeinflusst werden.

Die Brezel als Teil der deutschen Backkultur hat nicht nur kulinarischen sondern auch kulturhistorischen Wert. Laut Südkurier könnte die Brezel bald als immaterielles Unesco-Weltkulturerbe anerkannt werden. Josef Baader, der die Landbäckerei Baader in Frickingen leitet, liefert einen Blick auf die aktuelle Marktsituation. In seiner Bäckerei werden täglich zwischen 2.500 und 3.000 Brezeln produziert. Der Preis liegt aktuell bei 90 Cent, nach einer Preiserhöhung von zehn Cent im November 2025. Gründe für diese Erhöhung sind die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Personalkosten.

Steigende Kosten und deren Auswirkungen

Die Preise für Rohstoffe wie Mehl, Wasser, Butter und Margarine sind um bis zu 40 Prozent gestiegen. Auch die Energiekosten, die für den Betrieb von Backöfen, Kühlschränken und Heizung von entscheidender Bedeutung sind, haben einen starken Einfluss auf die Preisgestaltung. Dies führt zu Lohnsteigerungen für Mitarbeiter von bis zu 50 Prozent nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Baader hält diese Lohnsteigerungen für „vollkommen berechtigt“, da die Arbeitsbelastung für die Angestellten erheblich gestiegen ist. Zudem hat sich der Fachkräftemangel im Bäckerhandwerk weiter verschärft, was eine faire Vergütung erforderlich macht.

In einer Zeit, in der die Nachfrage nach Brezeln zwar stabil bleibt, stellen sich viele Bäcker die Frage der zukünftigen Preisgestaltung. Baader äußert die Hoffnung auf stabile Preise, sieht jedoch die Politik in der Verantwortung, weitere Preissteigerungen zu verhindern. Die Preiszusammensetzung bei der Landbäckerei Baader zeigt, dass 50 Prozent der Kosten auf Personal entfallen, während Rohstoffe 25 Prozent, Betriebskosten 15 Prozent und andere Kosten 10 Prozent ausmachen.

Die Brezel im Wandel der Zeit

Seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 hat sich der Preis für eine Brezel von 50 Cent auf 90 Cent erhöht, was einem Anstieg von 80 Prozent entspricht. Insgesamt zeigt sich, dass die Brezel zwar ein beliebtes Produkt bleibt, doch die hohen Produktionskosten stellen viele Bäcker vor Herausforderungen. Der bevorstehende Preisanstieg bei Bäckerei Schöllkopf könnte ein Indikator dafür sein, dass auch andere Bäckereien ähnliche Anpassungen in Betracht ziehen müssen. Die Verbraucher stehen vor der Frage, ob sie bereit sind, für ihre traditionellen Produkte höhere Preise zu zahlen.