Die Nachricht über die bevorstehende Schließung der Produktion im Bereich Verbindungstechnik bei Bosch am Standort Waiblingen hat die Region erschüttert. Bis spätestens 2028 wird die Produktion eingestellt, und etwa 560 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Viele der Beschäftigten sind seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Werk tätig, was die Situation umso tragischer macht. Die Entscheidung zur Schließung wurde bereits im September 2022 bekanntgegeben und ist Teil eines umfassenden Umbaus des Unternehmens, das weltweit rund 13.000 Stellen streichen will.

Die Gründe für diese drastischen Maßnahmen sind vielfältig. Bosch führt einen massiven Markteinbruch sowie hohe Kosten als Hauptursachen an. Insbesondere der Umsatz mit Verbindungstechnik-Produkten ist in den letzten acht Jahren um knapp die Hälfte gesunken, und Prognosen deuten auf weitere Rückgänge in den kommenden Jahren hin. Das Produktionsvolumen und die Beschäftigtenzahl am Standort Waiblingen sind seit Jahren rückläufig, und neue Produkte mit relevanter Beschäftigungswirkung konnten nicht gewonnen werden.

Soziale Verantwortung und Zukunftsperspektiven

Die Geschäftsleitung von Bosch hat sich gemeinsam mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan verständigt, um die Auswirkungen der Schließung sozialverträglich zu gestalten. Rund 220 Beschäftigte sollen die Möglichkeit erhalten, an anderen Bosch-Standorten eine neue Anstellung zu finden. Für die übrigen Mitarbeiter sind Maßnahmen wie Altersteilzeit, Vorruhestand und freiwillige Abfindungen vorgesehen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Diese Vorgehensweise wird von der IG Metall in Waiblingen als notwendig erachtet, um den betroffenen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Bereits nach der ersten Ankündigung der Schließung kam es zu Protesten von Beschäftigten, die eine aktive Gestaltung der Zukunft des Standorts forderten. Die IG Metall äußerte die Meinung, dass der Standort durchaus eine Zukunft hätte haben können, wenn Bosch entschlossen gehandelt hätte. Während die Schließung der Verbindungstechnik-Abteilung in Waiblingen viele Schicksale betrifft, sind andere Tochterfirmen am Standort von dieser Entscheidung nicht betroffen.

Ein Blick auf die Bosch-Gruppe

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit rund 412.000 Mitarbeitenden weltweit (Stand: 31.12.2025). Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen vorläufige Umsätze von 91 Milliarden Euro. Die Unternehmensaktivitäten sind in vier Bereiche unterteilt: Mobility, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Bosch verfolgt das Ziel, übergreifende Trends wie Automatisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung, Vernetzung und Nachhaltigkeit aktiv mitzugestalten.

Mit einer breiten Aufstellung über verschiedene Branchen und Regionen stärkt Bosch seine Innovationskraft und Robustheit. Die Kompetenz in Sensorik, Software und Services ermöglicht es dem Unternehmen, domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Das Motto „Technik fürs Leben“ verdeutlicht die Ambition von Bosch, die Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig natürliche Ressourcen zu schonen.

Die bevorstehenden Veränderungen in Waiblingen sind ein weiterer Schritt innerhalb des sich verändernden Marktes, in dem Bosch mit den Herausforderungen der Elektromobilität und der globalen Konkurrenz konfrontiert wird. Die Schließung des Werks ist nicht nur ein Verlust für die Beschäftigten, sondern auch ein Zeichen für den tiefgreifenden Wandel, den die Branche durchläuft.