In Urbach fordert die Schulgemeinschaft der KGS Kupfergasse mehr Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler durch eine sogenannte Schulstraße. Plakate und Transparente mit Aufschriften wie „Kinder aufs Rad“, „Sicherheit für Alle“ und „Schulstraße“ sind das Ergebnis einer Protestaktion, die im Rahmen einer Themenwoche zu Mobilität und Sicherheit stattfand. Viele Eltern bringen ihre Kinder zur Schule, was auf eine hohe Anzahl von „Elterntaxis“ hinweist und zusätzlich zu Verkehrsproblemen führt. Trotz bestehender Halteverbote parken viele Fahrzeuge direkt vor der Schule, was die Sicherheit der Kinder gefährdet, da sie zwischen geparkten Autos hindurchlaufen müssen. Bezirksvertretung Porz hat das Anliegen einstimmig unterstützt und die Stadtverwaltung beauftragt, die notwendigen Maßnahmen kurzfristig einzuleiten. Ein für die Schulstraße vorgeschlagener Zeitraum umfasst eine halbe Stunde vor und nach dem Unterricht, wobei Ausnahmen für Anwohner, Lehrkräfte, Schulbusse und Taxis bestehen sollen.
Nach Angaben der Schulgemeinschaft wird es keine Haltebereiche für die Eltern direkt vor der Schule geben. Dies könnte möglicherweise auch eine Lösung für das Problem der Überfüllung durch aufhaltende Fahrzeuge darstellen. Allein in Köln sind in der letzten Zeit mehrere Schulstraßen beschlossen worden, jedoch stehen einige von ihnen noch aus, während die verwaltungsseitigen Begründungen, wie mangelnde Planstellen, Kritik hervorrufen. Die SPD-Politikerin thematisierte außerdem die Notwendigkeit, die Planung und Kommunikation bezüglich der Schulstraßen zu beschleunigen.
Initiativen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
In Hessen wurden bis Ende Oktober 4.764 Kinder, Schüler und Studierende auf dem Weg zur Schule oder zur Kita verletzt, was die Dringlichkeit solcher Maßnahmen weiter unterstreicht. Experten betonen die Vorteile von Schulstraßen, um gefährliche Situationen auf Schulwegen zu reduzieren. Das Projekt in Frankfurt zeigt, dass derartige Maßnahmen realisierbar sind und zur Verbesserung der Sicherheit beitragen können.
Rechtsgutachten und Handlungsempfehlungen
Zur Unterstützung von Schulstraßen-Initiativen wurde kürzlich ein neues Rechtsgutachten veröffentlicht. Dieses soll rechtliche Hürden abbauen und Städte unterstützen, sicherere Schulwege einzurichten. Das Aktionsbündnis Kidical Mass, zusammen mit Partnern wie dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem Verkehrsclub Deutschland, fordert von den Kommunen und dem Bund klare Zielvorgaben zur Förderung von Schulstraßen. In Deutschland gibt es bisher nur 73 Projekte dieser Art, während europaweit über 1.000 Schulstraßen existieren. Die Städte Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben bereits Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Dies zeigt, dass die Anerkennung der Schulstraßen als Schlüssel für sichere Schulwege und einer umfassenden Mobilitätswende zugenommen hat.
Die Entwicklungen in Urbach, Frankfurt und den rechtlichen Rahmenbedingungen verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig die Sicherheit auf Schulwegen ist und wie kommunale Maßnahmen dazu beitragen können, eine kinderfreundliche Mobilität zu fördern.