Sicherer Schulweg für Kinder: KGS Kupfergasse fordert Schulstraße!
In Urbach fordert die KGS Kupfergasse mehr Sicherheit für Kinder durch eine Schulstraße, um gefährliche Verkehrssituationen zu vermeiden.

Sicherer Schulweg für Kinder: KGS Kupfergasse fordert Schulstraße!
In Urbach wird die Sicherheit von Schulkindern großgeschrieben. An der KGS Kupfergasse fordern Plakate und Transparente „Kinder aufs Rad“, „Sicherheit für Alle“ und die Einrichtung einer „Schulstraße“. Die Schulgemeinschaft zeigt damit auf, dass die hohe Anzahl an Elterntaxis und das Parken trotz Halteverbot vor der Schule ein ernsthaftes Problem darstellen. Kinder müssen sich zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch bewegen, was ihre Sicherheit gefährdet. Ein Konzept zur Einrichtung einer Schulstraße soll hier Abhilfe schaffen, indem die Straße während der Zeiten zu Schulbeginn und vor Schulende für eine halbe Stunde für den Autoverkehr gesperrt wird. Ausnahmen gelten für Anwohner, Lehrkräfte, Schulbusse und Taxen.
Die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme wurde von der Bezirksvertretung Porz einstimmig unterstützt. Die Stadtverwaltung wurde bereits beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen kurzfristig einzuleiten und den Kontakt zur Schulgemeinde zu intensivieren. Trotz der positiven Entwicklungen weist die SPD darauf hin, dass bereits mehrere Schulstraßen beschlossen wurden, die bisher nicht umgesetzt sind, wie etwa an der GGS Poller Hauptstraße und der Friedrich-Liszt-Grundschule. Laut Verwaltung erfordert die Umsetzung einer Schulstraße einen durchschnittlichen Bearbeitungszeitraum von rund acht Monaten aufgrund fehlender Planstellen.
Ähnliche Maßnahmen im gesamten Land
Auch in anderen Städten, wie Frankfurt, werden ähnliche Ansätze verfolgt. Dort sperrt die Stadt vor mehreren Schulen die direkten Zugangsstraßen, um „Elterntaxis“ zu verhindern. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit für Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und den Fuß- sowie Radverkehr zu fördern. Innerhalb eines einjährigen Pilotprojekts werden die Straßen morgens eine Stunde vor Unterrichtsbeginn gesperrt, um den Schülern einen sicheren Zugang zu ermöglichen. Bestehende Parkplätze in der Nähe werden dabei in Halteplätze umgewidmet.
Der hessische Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) hebt zudem hervor, dass die schmalen Straßen vor den Schulen oft zu gefährlichen Situationen führen. Im Jahr 2025 verunglückten in Hessen 4.764 Kinder auf dem Weg zur Kita oder zur Schule, was die Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterstreicht. Experten empfehlen Schulstraßen als effektive Lösung zur Reduzierung von Konflikten im Hol- und Bringverkehr.
Die Thematik findet eine breite Unterstützung über die kommunalen Grenzen hinaus. Ein neues Rechtsgutachten und ein Leitfaden zur rechtssicheren Umsetzung von Schulstraßen wurden veröffentlicht, mit der Hoffnung, die Mobilität aus der Perspektive der Kinder zu denken und Schulstrecken sicherer zu gestalten. Länder wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben bereits entsprechende Handlungsempfehlungen veröffentlicht, um Schulstraßen als Teil eines flächendeckenden Schulwegenetzes zu etablieren. Ziel ist es dabei, ein verkehrssicheren Zugang zu Schulen zu garantieren und die Tempolimits auf Schulwegen zu erhöhen.
Die KGS Kupfergasse hat sich, im Rahmen einer Themenwoche zu Mobilität und Sicherheit, mit einem Lichterkettenlauf wiederum auf die Bedeutung von Schulstraßen aufmerksam gemacht. Die Schulgemeinschaft bleibt optimistisch, dass bald Verbesserungen eintreten werden, besonders nachdem die Stadt eine insgesamt Prüfung von 40 potenziell geeigneten Standorten für Schulstraßen angekündigt hat.
Eine dringend benötigte Bewegung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Schulkindern ist somit im Gange. Die aktuelle Lage zeigt, dass Mobilität und Sicherheit eng miteinander verbunden sind und dass die Forderungen nach mehr Schulstraßen einer breiten Unterstützung bedürfen. Während auf kommunaler Ebene noch gekämpft werden muss, zeichnen sich erste Ansätze auf Landesebene ab.
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir die Artikel von Kölner Stadt-Anzeiger, Hessenschau und KinderaufsRad.