Der Umzug des Waiblinger Landratsamts hat jetzt begonnen und bringt einen bedeutenden Wandel für die Verwaltung im Rems-Murr-Kreis mit sich. Die Jugend- und Sozialbehörden ziehen schrittweise in den neuen Erweiterungsbau am Alten Postplatz ein. Das Ziel dieses Umzugs ist es, die bestehenden Außenstellen aufzulösen und die Verwaltungsstrukturen neu zu gestalten, um effiziente Services für die Bürger bereitzustellen. Der gesamte Umzugsprozess wird bis Mitte Juli 2025 andauern.

Zu den ersten Bereichen, die umziehen, gehören das Jugendamt sowie das Sozialdezernat. Das Jugendamt an der Winnender Straße 30 hat bereits mit dem Umzug begonnen, während die Bereiche für Unterhalt, Vormundschaften und Beistandschaften aus Backnang ab 3. Juli wieder persönlich erreichbar sein werden. Der Sozial- und Teilhabedienst wird zwischen dem 30. Juni und dem 11. Juli umziehen, gefolgt von zahlreichen anderen sozialen Dienstleistungen, die ab dem 8. Juli im neuen Gebäude zur Verfügung stehen.

Der Neubau am Alten Postplatz

Das neue Verwaltungsgebäude, das am Alten Postplatz 10 in Waiblingen errichtet wird, zeichnet sich durch seine moderne Architektur aus und wird in Holz-Hybridbauweise erstellt. Das Gebäude erstreckt sich über eine Fläche von 4.175 Quadratmetern und bietet Platz für rund 350 Mitarbeitende. Die Bauweise ist nicht nur klimaneutral, sondern auch energieeffizient und entspricht dem Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Photovoltaikmodule und ein Anschluss an die Fernwärme sind Teil der Ausstattung, die zudem das Regenwassermanagement umfasst.

Durch den neuen Bau und die damit verbundenen Umstellungsmaßnahmen erhofft sich der Rems-Murr-Kreis eine jährliche Einsparung von etwa einer Million Euro durch die Auflösung teurer Mietverträge sowie eine Reduzierung des CO₂-Ausstoßes um 153 Tonnen pro Jahr. Zudem wird eine Tiefgarage mit 214 Stellplätzen eingerichtet, die ab dem 27. Juni genutzt werden kann.

Nutzerfreundliche Bürogestaltung

Dass moderne Arbeitsweisen auch in der Verwaltung Einzug halten, zeigt sich in der Bürogestaltung des neuen Amtsgebäudes. Hier wird ein Drei-Zonen-Modell implementiert, das einen öffentlichen Empfang, halboffene Beratungsräume sowie interne Backoffice-Bereiche umfasst. Interessanterweise sind 80 Prozent der Arbeitsplätze flexibel gestaltet, wodurch das Konzept klassische Einzelbüros vermeidet und stattdessen Rückzugsinseln in Gruppenförmigen Arbeitsumgebungen bietet.

Das neue Verwaltungsgebäude wird auch überregional aufmerksam wahrgenommen. Delegationen aus anderen Landkreisen sind bereits gekommen, um sich das innovative Konzept anzuschauen. Der Kreistag hat mit großer Mehrheit für dieses Projekt gestimmt, welches Teil einer umfassenden Gesamtimmobilienstrategie ist, um die in den 50er und 80er Jahren erbauten Verwaltungsgebäude zukunftsfähig zu gestalten. Das Stuttgarter Büro Ackermann + Raff, das mit der Planung betraut wurde, hat den Architekturwettbewerb gewonnen, an dem elf Büros teilnahmen. Die gewählte Bauweise verwendet Recyclingmaterial, wo möglich, um es umweltfreundlicher zu gestalten.

Das bevorstehende Altstadtfest Ende Juni bietet eine Gelegenheit, die neue Tiefgarage zu nutzen und die Vorzüge des Umzugs selbst zu erleben. Während der Umzugsphase kann es allerdings vorübergehend zu Einschränkungen im Service kommen. Für Fragen und Informationen wurde eine Infothek im Pagodenbau am Alten Postplatz 10 eingerichtet.

Stuttgarter Nachrichten berichten über das Projekt und die damit verbundenen Veränderungen, während die Rems-Murr-Kreis die Fortschritte und Pläne für die zukünftige Verwaltung sichtet.