Am 5. November 2025 fand im Julius-Spiegelberg-Gymnasium (JSG) in Vechelde eine bedeutsame Veranstaltung zum Thema Völkerrecht und friedliches Miteinander statt. Diese wurde von Lehrkräften und Schülern organisiert und unterstützt vom Peiner Bündnis für Toleranz. Der Auftakt zur Reihe „Interessante Menschen“ war ein Schritt, um Fachkompetenz einzuladen und Raum für Gespräche zu schaffen. Gastrednerin Dr. Nahed Samour, eine Rechtswissenschaftlerin von der Radboud University in Nijmegen, eröffnete die Diskussion.

Dr. Samour hob die Relevanz des Völkerrechts hervor, insbesondere im Kontext der aktuellen Situation im Gazastreifen zwischen Israel und den Palästinensern. Hierbei wurde auf die Völkermordkonvention von 1948 verwiesen, die von 153 Staaten ratifiziert wurde und somit eine grundlegende völkerrechtliche Norm darstellt. Die zentrale Frage war, inwiefern Israel als Besatzungsmacht nicht ausreichend humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung leiste.

Bedeutung des Völkerrechts

Das Völkerrecht regelt die Beziehungen zwischen Völkerrechtssubjekten, vorwiegend Staaten, und wird als Koordinationsordnung zwischen diesen betrachtet. Laut Wikipedia ist das Völkerrecht nicht oktroyiert, sondern beruht auf dem Prinzip „Ein Staat, eine Stimme“. Hierbei ist auch die Unterscheidung zwischen Friedens- und Kriegsvölkerrecht von Bedeutung, die den rechtmäßigen Einsatz militärischer Gewalt und die Regelungen im Kriegsfall betreffen.

Im Gespräch betonte Dr. Samour, dass derzeit internationale Gerichte wie der Internationale Gerichtshof und der Internationale Strafgerichtshof die Situation in Gaza untersuchen. Vier der fünf Kriterien für einen Völkermord stehen im Raum, während die USA und China eine Anerkennung dieser Gerichte verweigern und Europa in seiner Haltung gespalten bleibt. Deutschland zeigte sich in dieser Angelegenheit zurückhaltend.

Forderung nach Durchsetzung des Völkerrechts

Dr. Samour kritisierte die Einstellung von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zum Völkerrecht und stellte fest, dass auch die Terrorangriffe der Hamas als Verstöße gewertet werden können. Sie forderte, dass die internationale Gemeinschaft das Völkerrecht ernst nehmen und dessen Durchsetzung gewährleisten müsse. Dies schließt Klagen gegen Israel aus Südafrika und gegen Deutschland aus Nicaragua wegen Unterstützung völkerrechtswidriger Aktivitäten ein.

Die Diskussion verdeutlichte die Herausforderungen bei der Durchsetzung des Völkerrechts und den Bedarf an einem international einheitlichen Vorgehen. Zu den aktuellen Entwicklungen gehört auch die Warnung vor einer Kultur der Straffreiheit, weshalb eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen unerlässlich ist.

Das JSG plant eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe und möchte kritisches Denken sowie zivilgesellschaftliches Engagement fördern. Ge plant ist auch eine Erweiterung des Formats in Form eines Live-Videopodcasts, für die Unterstützung von externen Partnern gesucht wird. Dr. Samours Beiträge werden in Anbetracht der tiefen Verflechtung zwischen Völkerrecht und nationalen Rechtssystemen künftig von hoher Relevanz sein.

Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Völkerrecht und seinen Grundlagen empfiehlt sich ein Blick in die Literatur, die aktuelle Entwicklungen wie internationale Aspekten und die Herausforderungen des Völkerrechts behandelt. Das Beck eLibrary bietet dazu zahlreiche Ressourcen.