Am Samstag, den 28. Februar, versammelten sich die „Omas gegen Rechts“ auf dem Marktplatz in Schorndorf. Die Veranstaltung fand im Zentrum des Mosaiks „Schorndorfer Weiber“ (1965) von Hans Gottfried von Stockhausen statt. Dieses Mosaik zeigt ein offenes Fenster der Ratsstube, das auf den Oberen Marktplatz blickt, der 1688 Schauplatz einer protestierenden und wehrbereiten, überwiegend weiblichen Zivilgesellschaft war, die für ihre Freiheit eintrat. Es war ein kraftvolles Zeichen, das die Tradition des Engagements für Demokratie und Freiheit in der Region fortsetzt, wie im Artikel von ZVW beschrieben wird.
Die Initiative „Omas gegen Rechts“ wurde 2017 in Wien von Monika Salzer gegründet und ist eine parteiunabhängige Bürgerinitiative. Sie hat sich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol verbreitet und ist bekannt für ihre lose organisierten Ortsgruppen. Die Bewegung hat sich das Ziel gesetzt, gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Frauenfeindlichkeit zu kämpfen. Seit ihrer Gründung engagieren sich die Omas durch Demonstrationen und Aktionen für Toleranz und Gleichberechtigung, und sind auch in mehr als 70 Städten in Deutschland aktiv. Die Gruppen wurden im Januar 2018 von Anna Ohnweiler und Gerda Smorra in Form von Facebook-Gruppen ins Leben gerufen, wie auf Wikipedia nachzulesen ist.
Aktivitäten und Engagement
Ein erkennbares Merkmal der „Omas gegen Rechts“ sind die pinken oder bunten Strickmützen, auch bekannt als „Pussyhats“, die als Zeichen gewaltlosen Widerstands dienen. Diese kreative Ausdrucksform soll nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch die solidarische Haltung der Gruppe unterstreichen. Im Sommer 2024 sammelte die Initiative beeindruckende 33.000 Unterschriften für eine Online-Petition, die zur Kündigung des Spendenkontos der AfD führte. Solche Aktionen zeigen, wie aktiv und lebendig die Bewegung ist, die sich auch mit der Bewegung Fridays for Future solidarisiert hat.
Die Organisation der Regionalgruppen erfolgt ohne institutionelle Anbindung, was bedeutet, dass Entscheidungsprozesse basisdemokratisch gestaltet sind. Dies fördert ein Gefühl der Gemeinschaft und Eigenverantwortung unter den Mitgliedern. Die Initiative hat bereits mehrere Preise gewonnen, darunter den Integrationspreis der Stadt Freiburg und den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage.
Herausforderungen und gesellschaftlicher Kontext
Die Arbeit von „Omas gegen Rechts“ findet vor einem herausfordernden gesellschaftlichen Hintergrund statt. Antifeministische Angriffe, die oft mit anderen menschenfeindlichen Ideologien wie Rassismus verwoben sind, schwächen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und greifen demokratische Grundwerte an. Betroffene sind häufig Personen, die sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen, wie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie Aktivist:innen. Diese Bedrohungen erfordern nicht nur eine Reaktion von den Organisationen, sondern auch proaktive Maßnahmen, um Resilienz zu entwickeln, wie die Bundeszentrale für politische Bildung betont.
Umso wichtiger ist es, dass Organisationen wie „Omas gegen Rechts“ klare Kommunikationswege und Verantwortlichkeiten festlegen, um betroffene Mitglieder zu schützen und zu unterstützen. Dabei spielt auch die Sensibilisierung und Fortbildung des Personals eine entscheidende Rolle. Die Initiative setzt sich nicht nur gegen aktuelle Bedrohungen zur Wehr, sondern arbeitet auch aktiv daran, ein demokratisches Miteinander zu fördern und die Werte von Toleranz und Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu festigen.



