Der Hausrotschwanz, ein farbenfroher Vertreter der Fliegenschnäpper, wurde heute zum Vogel des Jahres 2025 gewählt. Mit seinem charakteristischen rostroten Schwanz, der ihn leicht von anderen Vogelarten unterscheidet, erfreut er sich einer breiten Beliebtheit und ist nicht gefährdet. Laut ZVW wird der Hausrotschwanz ab Januar 2025 das Amt vom Kiebitz übernehmen, nachdem er in einer umfassenden Onlineabstimmung des NABU 30,2 Prozent der Stimmen erhalten hat. Die Waldohreule folgte mit 28,2 Prozent, während weitere Kandidaten wie der Schwarzspecht, Schwarzstorch und Kranich ebenfalls zur Wahl standen.
Besonders bemerkenswert ist der Gesang des Hausrotschwanzes, der durch klappernde, knirschende, pfeifende und fauchende Elemente besticht. Er kann bereits etwa 70 Minuten vor Sonnenaufgang gesungen werden und ist bis nach der Abenddämmerung aktiv. Diese Eigenart macht ihn zu einem der ersten Vögel, die morgens singen. Der Vogel erreicht eine Größe von bis zu 15 Zentimetern und ist ein Halbhöhlenbrüter, der vorzugsweise in Felsspalten, Höhlen und mittlerweile auch in städtischen Räumen nistet.
Lebensraum und Fortpflanzung
Der Hausrotschwanz hat sich in den letzten Jahren verstärkt an menschliche Lebensräume angepasst und findet sich in städtischen Gebieten wieder. Ursprünglich war er nur im Gebirge beheimatet, mittlerweile breitet er sich zunehmend in Tieflandregionen aus. Das Nisten erfolgt zumeist in Nischen von Gebäuden, wo er auf eine geeignete Umgebung angewiesen ist. Data von Avi Fauna zeigen, dass die Brutzeit zwischen April und Juli liegt, mit 4 bis 6 Eiern pro Brut und einer Brutdauer von 12 bis 17 Tagen.
Da der Hausrotschwanz als Kulturfolger gezählt wird, ist sein Fortbestand auch eng mit der Schaffung naturnaher Gärten, die Lebensraum für Insekten bieten, verknüpft. Mithilfe von Nistkästen und Nisthilfen an Gebäuden kann sein Fortbestand zusätzlich gesichert werden.
Erhaltung und Bestandsentwicklung
Mit einer geschätzten Anzahl von 800.000 bis 1 Million Brutpaaren in Deutschland zählt der Hausrotschwanz zu den häufigen Brutvögeln. Er zeigt stabilen Bestandsentwicklungen, trotz eines vermuteten Rückgangs nach der Wiedervereinigung 1990, der auf Altbausanierungen zurückgeführt werden könnte. Einige Vögel überwintern in Deutschland, bevorzugt in Ballungsräumen, während die Mehrheit in wärmeren Regionen, wie Südwestfrankreich, überwintern und dann zwischen Mitte September und November abwandern.
Die Wahl zum Vogel des Jahres 2025 zielt darauf ab, das Bewusstsein für den Hausrotschwanz und seine Lebensweise zu schärfen. Die vogelkundliche Führung des NABU Schorndorf und Umgebung am Galgenberg in Rudersberg bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, diesen faszinierenden Vogel in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten. Interessierte sollten sich die Termine nicht entgehen lassen und die einzigartige Gelegenheit nutzen, den Gesang und das Verhalten des Hausrotschwanzes hautnah zu erleben.
Für weitere Informationen über den Hausrotschwanz und seine Lebensweise besuchen Sie auch die Seite des NABU unter NABU.