In der Stadt Schorndorf stehen die Bürger vor einer finanziellen Herausforderung. Die Haushaltslage der Stadt ist angespannt, was zu einer Reihe von Maßnahmen führt, um die finanzielle Situation zu verbessern. So müssen die Einwohner ab dem 1. Januar 2023 mit einer Preiserhöhung in den Bädern und der Sauna um 2,5 Prozent rechnen. Diese Erhöhung ist nur der Beginn, denn eine weitere Preiserhöhung ist bereits für April 2023 geplant. Das Regierungspräsidium hat von der Stadt Einsparungen in Höhe von 23,7 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2025/26 gefordert, was die Diskussion über die finanziellen Mittel auf die Tagesordnung setzt.

Um die jährlichen Vorgaben zu erfüllen, ist die Stadt gezwungen, im Ergebnishaushalt jährlich sechs Millionen Euro einzusparen. Seit Sommer 2025 beschäftigt sich eine Haushaltsstrukturkommission mit möglichen Einsparungen, insbesondere bei Freiwilligkeitsleistungen, die nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommune gehören. Diese Situation ist nicht nur lokal relevant; sie spiegelt ein größeres Problem wider, das viele Kommunen in Deutschland betrifft.

Preiserhöhungen und Besucherzahlen

Der Gemeinderat von Schorndorf wird am Mittwoch, den 7. Februar 2026, über die zukünftigen Hallenbadpreise entscheiden. Ab März 2024 wird der Preis für Erwachsene von 9,50 Euro auf 10,50 Euro steigen, mit einem geplanten weiteren Anstieg auf 11,30 Euro im Jahr 2027. Auch die Eintrittspreise für Kinder werden erhöht, von 8 Euro auf 9 Euro, wobei ein Preis von 9,60 Euro für 2027 vorgesehen ist. Diese Maßnahmen dienen dem Ziel, ein jährliches Defizit von drei Millionen Euro auszugleichen. Gleichzeitig wird auch der Eintrittspreis für das Freibad um 20 Cent auf 4,70 Euro erhöht, mit einer weiteren Anpassung auf 5 Euro bis 2027.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Hallenbad 233.000 Besucher, während das Freibad 80.000 Gäste anlockte. Diese Zahlen sind jedoch rückläufig, da die Freibadbesucherzahl 15.000 unter dem Wert von 2022 lag, was teilweise auf reduzierte Öffnungszeiten zurückzuführen ist. In diesem Jahr wird das Freibad aber wieder von 9 bis 20 Uhr geöffnet sein, was die Attraktivität für die Besucher erhöhen könnte.

Hintergrund und aktuelle Trends

Die finanzielle Situation in Schorndorf ist nicht isoliert zu sehen. Laut einer Erhebung der KfW leiden viele Kommunen in Deutschland unter einem erheblichen Investitionsrückstand, der 2021 bei 8,5 Milliarden Euro lag. Die steigenden Energie- und Wasserpreise belasten den laufenden Betrieb von Schwimmbädern und lassen viele Kommunen über Preiserhöhungen nachdenken. Rund 30 Prozent der Kommunen planen, die Preise für energieintensive Leistungen, darunter auch Schwimmbäder, zu erhöhen. Dies betrifft auch Schorndorf, wo die Gebührenanpassungen eine Antwort auf die gestiegenen Kosten darstellen.

Ein Drittel der Kommunen rechnet zudem mit gleichbleibenden oder sinkenden Investitionen in Sportstätten und Schwimmbäder. Dies könnte langfristig die Lebensqualität der Bürger beeinträchtigen, da Schwimmbäder und Sportstätten als freiwillige Leistungen der Kommunen gelten, die nicht zwingend erbracht werden müssen. Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, hebt die Bedeutung dieser Einrichtungen für die Lebensqualität und die Attraktivität von Wohnorten hervor. Die Verbesserung der Energieeffizienz der Bäder wird als eine der möglichen Lösungen zur Kostenreduktion und zum Klimaschutz genannt.

Insgesamt steht Schorndorf vor der Herausforderung, die finanziellen Vorgaben zu erfüllen, während gleichzeitig die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger nach Freizeitmöglichkeiten und Erholung berücksichtigt werden müssen. Die kommenden Entscheidungen des Gemeinderats könnten wegweisend für die zukünftige Gestaltung der Schwimm- und Freizeitangebote in der Stadt sein.