In Schorndorf sind die Spuren der Bibertätigkeit nicht zu übersehen. Biberberater Udo Keppler hat bestätigt, dass an der Rems eine rege Aktivität dieser Tiere stattfindet. Die Anzeichen sind deutlich: kegelförmig abgenagte Baumstümpfe und abgefressene Äste zeugen von ihrem unermüdlichen Schaffensdrang. Diese Rückkehr des Bibers ist bemerkenswert, denn die Biberpopulation in Deutschland war über lange Zeit nahezu vollständig ausgerottet. Doch mittlerweile hat sich die Zahl wieder stark erhöht, was nicht nur erfreuliche, sondern auch konfliktreiche Entwicklungen mit sich bringt. Besonders in Baden-Württemberg, wo die Biberverordnung eine Anpassung erfahren hat, können problematische Tiere nun unbürokratischer getötet werden, wenn dies notwendig ist, um Konflikte zu entschärfen (Quelle).

Der Anstieg der Biberpopulation in Deutschland wird auf etwa 12.400 Tiere geschätzt, was als Erfolg des Artenschutzes gilt. Allerdings bringt diese Zunahme auch Herausforderungen mit sich. Ministerpräsident Winfried Kretschmann betont, dass in Fällen, in denen die Gesundheit von Menschen gefährdet ist oder wirtschaftliche Schäden drohen, ein Handeln notwendig ist. Umweltministerin Thekla Walker hebt hervor, dass Biber zwar positive Effekte auf Hochwasserschutz und Biotopentwicklung haben, gleichzeitig jedoch auch Konflikte verursachen können, die es zu bewältigen gilt. Die Biberverordnung ermöglicht eine leichtere Vergrämung und sieht in schweren Fällen auch die Tötung der Tiere als letztes Mittel vor, wenn andere Maßnahmen nicht greifen (Quelle).

Konflikte und Lösungsansätze

Die steigende Biberpopulation führt zu einer Vielzahl von Konflikten. Biber verursachen Schäden an Bäumen, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen, indem sie beispielsweise Bäume in Ufernähe fressen, was zu Umstürzen und Fällungen führt. Auch Biber-Dämme können Wasserrohre verstopfen und Überschwemmungen verursachen, was die Situation für Landwirte und Anwohner zusätzlich belastet. Diese Konflikte müssen aktiv angegangen werden, um sowohl die Bedürfnisse der Menschen als auch den Schutz der Tiere zu berücksichtigen (Quelle).

Das Umweltministerium plant Maßnahmen, um Konflikte um Biberreviere zu verhindern und langfristige Lösungen zu finden. Dazu gehört unter anderem die Idee von Dammdrainagen, um den Wasserpegel zu senken und Überflutungen zu vermeiden. Ehrenamtliche Biber-Beauftragte äußern jedoch Bedenken bezüglich der Umsetzbarkeit der Maßnahmen und schlagen vor, eine Pufferzone von 20 Metern an Ufern einzurichten, um natürliche Lebensräume zu erhalten und Schäden zu reduzieren. Die Diskussion über die richtige Balance zwischen Artenschutz und Konfliktbewältigung ist in vollem Gange, und es bleibt abzuwarten, wie die neuen Regelungen in der Praxis umgesetzt werden (Quelle).