Die Wieslauftalbahn wird ab dem 22. September 2025 wieder die gesamte Strecke bis Rudersberg-Oberndorf befahren können. Dies ist ein wichtiger Schritt nach einem langen Stillstand, der durch die Flutkatastrophe im Juni 2024 ausgelöst wurde. Diese hatte nicht nur die Gleise, sondern auch Fahrzeuge und Werkstätten der Bahn stark beschädigt. Der Schienenersatzverkehr in dieser Zeit führte zu erheblichen Problemen: Staus, Verspätungen und überfüllte Busse waren an der Tagesordnung, was besonders den Schüler*innen und Pendler*innen zu schaffen machte.
In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien bleibt der Ersatzbus zwischen Rudersberg-Nord und Oberndorf weiterhin im Einsatz, um den Schülerinnen und Schülern eine Anreise zu ermöglichen. Verzögerungen bei der endgültigen Wiederinbetriebnahme sind auf technische Probleme an einem Bahnübergang an der Siemensstraße in Rudersberg zurückzuführen. Eine defekte Lichtsignalsteuerung, die für die Koordination mehrerer Verkehrsströme zuständig ist, stellte sich als Herausforderung heraus. Die erforderlichen Ersatzteile, insbesondere eine zentrale Steuerplatine, trafen erst Ende August ein.
Aktuelle Entwicklungen und Investitionen
Das Landratsamt sowie die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) arbeiten intensiv an der finalen Abstimmung zur Behebung der bestehenden Probleme. Seit April 2025 verkehrt das Wiesel bereits wieder zwischen Schorndorf und Rudersberg, und seit Juli wird auch Rudersberg-Nord angesteuert. Die Verbindung wird derzeit im Stundentakt angeboten, mit der Aussicht auf einen Halbstundentakt durch den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs.
Im Hinblick auf die finanziellen Aspekte wurde festgestellt, dass die Versicherungserstattung für irreparabel beschädigte NE81-Fahrzeuge knapp 2,7 Millionen Euro beträgt. Um die zukünftigen Anforderungen der Wieslauftalbahn zu erfüllen, werden Investitionen in zwei Ersatzteilpakete in Höhe von rund 431.000 Euro getätigt, die ebenfalls durch diese Versicherungserstattung finanziert werden.
Umfassende Modernisierungen und Elektrifizierung
Zusätzlich wird die Elektrifizierung der Wieslauftalbahn vorangetrieben. Eine Machbarkeitsstudie zur Förderung ist bereits in Planung, und die aktuellen Förderbedingungen bieten einen sehr attraktiven Rahmen von 95 % für die Infrastruktur. Das Land Baden-Württemberg plant bereits konkrete finanzielle Mittel: 795.444 Euro für die Jahre 2025 und 2026 sowie jährlich 994.304 Euro von 2027 bis 2031.
Die bedeutenden Schäden, die im Juni 2024 durch Starkregenereignisse entstanden sind, betrafen ein Drittel der Strecke sowie alle sechs Fahrzeuge. Von diesen galten vier NE 81-Fahrzeuge als Totalschaden und wurden verkauft. Um den Betrieb auch langfristig abzusichern, entschied man sich zum Kauf von vier modernen Regioshuttles für insgesamt 6,6 Millionen Euro, die neben einem ansprechenden Design auch Klimatisierung und Barrierefreiheit bieten werden.
Die Fahrgäste der Wieslauftalbahn werden um Geduld und Verständnis gebeten, während die letzten Probleme am Bahnübergang gelöst werden, um einen reibungslosen und sicheren Betrieb zu gewährleisten. Die Rückkehr des „Wiesels“ in den Vollbetrieb wird endlich die Möglichkeit bieten, die Region wieder in vollem Umfang zu erschließen und die Anbindung zwischen den wichtigen Punkten zu stärken.
Für weitere Informationen können die Artikel auf Stuttgarter Nachrichten und Rems-Murr-Kreis aufgerufen werden.