In Rudersberg im Rems-Murr-Kreis wird seit den verheerenden Hochwasserereignissen im vergangenen Jahr intensiv an der Bewältigung der Folgen gearbeitet. Insbesondere das Hotel „Sonne“ in Schlechtbach plant nun einen umfassenden Neubau seines Restaurants, das der älteste Teil des Hotels ist. Die Inhaberfamilie entschied sich aufgrund der immensen Schäden gegen eine Sanierung, nachdem beim Starkregen im Jahr 2024 das Wasser im Restaurant bis zu 40 Zentimeter hoch stand. Die Investitionen für den Neubau belaufen sich auf rund vier Millionen Euro und beinhalten die Integration eines Wellnesbereichs, der ebenfalls im Keller unter Wasser stand.
Das Hochwasser, das Rudersberg in der Nacht von Sonntag auf Montag heimsuchte, führte zu dramatischen Auswirkungen in der Region. Starkregen verwandelte Straßen in reißende Flüsse, wobei die Wasserstände an einigen Orten über einem Meter erreichten. In den betroffenen Gebieten wurden Keller, Wohnungen und Geschäfte überflutet. Besonders stark traf es zahlreiche Geschäfte, darunter ein Buch- und Schreibwarenladen sowie eine Podologie-Praxis, die Totalschäden erlitten. Monika Baumgarten, eine Mitarbeiterin des Schreibwarenladens, berichtete von der mühsamen Aufgabe, alles unter 1,50 Meter aus dem Laden zu entfernen.
Gemeinschaftliche Hilfsaktionen
Trotz der vielfältigen Schäden schafft es die Gemeinde, eine positive Stimmung zu bewahren. Die Hilfsbereitschaft von Nachbarn und Freunden ist beeindruckend. Die Nachbarschaft organisiert gemeinsames Putzen und stellt Hilfsmittel, wie Hochdruckreiniger, zur Verfügung. Zudem wurden Spendenaktionen für ein Helferfest in der nahegelegenen Stadt Remseck gestartet, um den Ehrenamtlichen, die unermüdlich im Einsatz sind, zu danken. Ein gemeinsames Spendenkonto für die von den Hochwassern betroffenen Gemeinden wurde eingerichtet.
Die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte bringen sich aktiv ein, indem sie Keller auspumpen und sich um die Entsorgung von Müll und Fahrzeugen kümmern. In Bezug auf die Infrastruktur sind Fortschritte zu verzeichnen: Die Trinkwasserversorgung in Rudersberg stabilisiert sich, während die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt wird. Leider wurden im Kontext der Überschwemmungen auch zwei Personen tot aufgefunden.
Darüber hinaus haben die Hochwasserereignisse auch Auswirkungen auf die kommenden Kommunal- und Europawahlen am Wochenende. In Winnenden mussten zwei Wahllokale geschlossen werden, da sie überflutet waren. Um den Bürgern dennoch die Stimmabgabe zu ermöglichen, wurden Ausweichwahllokale eingerichtet, und die betroffenen Wahlberechtigten können neue Unterlagen anfordern.
Die Aufräumarbeiten in Rudersberg sind in vollem Gange, und die Betroffenen arbeiten hart daran, ihre Geschäfte und ihr Leben wieder aufzubauen. Der Neubau des Restaurants im Hotel „Sonne“ ist ein Hoffnungsschimmer für die Region und symbolisiert den unermüdlichen Willen der Gemeinde, sich aus den Schatten der Naturkatastrophe zu erheben.