In einem außergewöhnlichen Schritt zur Entlastung der Kommunen hat der Gemeinderat von Korb die Entwicklung eines innovativen KI-Systems mit dem Namen „Tivio“ auf die Agenda gesetzt. Hintergrund dieser Initiative sind der stetig wachsende Personalmangel und die steigenden Arbeitslasten in den öffentlichen Verwaltungen. Daniel Bizer, Mitglied des Gemeinderats für die CDU/Freie Wähler, hat vorgeschlagen, digitale Lösungen zu nutzen, um die Herausforderungen zu meistern, vor denen die Verwaltungen stehen. Laut der ZVW wird „Tivio“ als kostengünstiger Mitarbeiter fungieren und soll praktische Fragen beantworten sowie schnelle Lösungen für Bürgeranliegen liefern.
Die Notwendigkeit solcher Innovationen ist unbestritten. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland sieht sich zunehmend Druck durch steigende Anforderungen an Servicequalität, Digitalisierung und Bürgernähe ausgesetzt. Laut Acterience wird erwartet, dass in den nächsten zehn Jahren ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst altersbedingt ausscheiden wird. Das führt zu überlasteten Sachbearbeitern und Verzögerungen bei der Bearbeitung von Bürgeranliegen.
Effizienz durch Künstliche Intelligenz
„Tivio“ soll hier Abhilfe schaffen. Bereits getestet von der Redaktion, zeigen die Ergebnisse eine positive Tendenz für die Nutzung solcher KI-Assistenzsysteme. Die Gemeinde Rudersberg setzt „Tivio“ bereits erfolgreich ein. KI-Lösungen können einfache, repetitive Aufgaben übernehmen, wie das automatische Auslesen von Formularen oder die Vorqualifizierung von Bürgeranträgen. So wird wertvolle Zeit gewonnen, die den Mitarbeitenden für komplexere Aufgaben zur Verfügung steht.
Künstlerische Intelligenz steht mittlerweile im Mittelpunkt vieler Diskussionen über die Zukunft der öffentlichen Verwaltung. Automatisierte Systeme wie Chatbots können rund um die Uhr häufig gestellte Fragen von Bürgern beantworten, was die Effizienz weiter steigert. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass KI die Mitarbeitenden unterstützt, sie jedoch nicht ersetzt. Der Mensch bleibt der entscheidende Akteur, wenn es um Entscheidungen und die persönliche Ansprache von Bürgern geht. Datenschutz, Transparenz und ethische Standards spielen dabei eine essentielle Rolle.
Finanzierung und Implementierung
Trotz der zahlreichen Vorteile, die KI-Systeme wie „Tivio“ mit sich bringen, stehen vielen Kommunen Herausforderungen gegenüber, insbesondere im finanziellen Bereich. Die Einführung moderner Technologien scheitert häufig an knappen Haushaltsmitteln. Dennoch können KI-Lösungen meist ohne große Investitionen und mit geringem Implementierungsaufwand eingeführt werden. Beispielsweise durch die schrittweise Einführung von Chatbots oder durch den Einsatz KI-gestützter Dokumentenmanagement-Systeme, die Posteingänge klassifizieren und Aufgaben priorisieren.
Die Pilotprojekte in verschiedenen Städten zeigen, dass der Einsatz von KI nicht nur noch nie dagewesene Effizienzgewinne ermöglicht, sondern auch eine moderne, bürgernahe Verwaltung fördert. Mit Initiativen wie „Tivio“ wird deutlich, dass die Integration von Künstlicher Intelligenz in die öffentliche Verwaltung als unerlässliche Maßnahme angesehen wird, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden und den Bürgern den bestmöglichen Service zu bieten.