Die Apfelernte im Remstal ist in diesem Jahr von unerfreulichen Nachrichten geprägt. Zahlreiche Besitzer von Streuobstwiesen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert,, dass ihre Ernte spärlich ausfällt. Ralf Härer, Betreiber der Mosterei Härer, beschreibt die Situation als „sehr durchwachsen“. Einige Bäume tragen zwar reichlich Früchte, während andere überhaupt keine Äpfel aufweisen. Es gibt sogar Berichte von Bäumen, an denen kein einziger Apfel hängt, was die Sorgen der Streuobstwiesenbesitzer weiter verstärkt.

Die Gründe für die schlechte Ernte sind vielfältig. Oftmals hängt es von der Pflege der Wiesen ab, die aufgrund der topografischen Gegebenheiten in der Region erschwert wird. Viele Grundstücke, die in den Hanglagen des Remstals liegen, erfahren nicht die nötige Aufmerksamkeit. Diese Vernachlässigung kann zum drastischen Rückgang der Erträge führen und ist ein weiterer Grund für die Überlegungen vieler Eigentümer, ihre Flächen zu verkaufen. Der Verkaufspreis für diese Grundstücke liegt häufig bei etwa 1 Euro pro Quadratmeter.

Risiken für die Streuobstlandschaft

Die Apfelernte bietet nur geringe Einkünfte, die bei etwa 1 Euro für 100 kg Äpfel liegen. Dieser Umstand hat zur Folge, dass viele Eigentümer ernsthaft darüber nachdenken, ihre Streuobstwiesen aufzugeben. Damit geht nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturelle Bereicherung des Remstals verloren. Die Region zwischen Waiblingen und Aalen ist für ihre Weinberge, Wälder und Streuobstwiesen bekannt und zieht viele Wochenendausflügler an, die dort wandern und entspannen.

Ein Initiative zur Förderung der Streuobstwiesen ist das Angebot „Apfelsaft aus Ihren eigenen Äpfeln“, das besonders bei jungen Familien, Kindergärten und Schulklassen großen Anklang findet. Viele Kinder ermuntern ihre Großeltern, mit ihnen Äpfel aufzusammeln, um einen Beitrag zum Erhalt der Wiesen zu leisten. Das traditionelle Getränk „Most“ verliert allerdings zunehmend an Bedeutung, da viele Haushalte keinen Gewölbekeller zur Lagerung besitzen.

Frisch gepresster Genuss

Eine praktische Lösung bieten kleine Kunststofffässer mit einem Fassungsvermögen von 30 bis 100 Litern. Diese bieten eine neue Möglichkeit zur Lagerung von Most, der aus frisch gepressten Äpfeln gewonnen wird. Süßmost, der bei Kühlung einige Tage süß bleibt, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ab Herbst werden samstags ab 9:00 Uhr in der Mosterei frischer Süßmost in Flaschen oder in 3 und 5 Liter Kanistern angeboten, um den Liebhabern des Getränks eine fruchtige Erfrischung zu bieten.

Insgesamt stellt die aktuelle Ernte im Remstal einen besorgniserregenden Zustand dar, der weitreichende Konsequenzen für die Streuobstwiesen und die dort lebenden Gemeinschaften hat. Die Herausforderung wird weiterhin im Auge behalten, auch um dem drohenden Rückgang dieser einzigartigen Landschaft entgegenzuwirken.

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