Eine aktuelle Meldung über eine mutmaßliche Kindesentführung auf einem Spielplatz in Plüderhausen hat in den sozialen Medien für große Besorgnis gesorgt. Berichten zufolge hätten eine Frau und zwei Männer versucht, ein Kind mitzunehmen. Eine Mutter soll in letzter Minute eingegriffen haben, als ein Kind am Arm weggezogen wurde. Diese Informationen wurden über Social Media, insbesondere in Eltern-Gruppen auf WhatsApp, weit verbreitet. Plüderhausens Bürgermeister Benjamin Treiber forderte in einem Instagram-Post zur Aufmerksamkeit auf, stellte jedoch klar, dass es keinen Grund zur Panik gebe.
Die Polizei hat inzwischen „erhebliche Zweifel“ an der Schilderung der angeblichen Zeugin. Laut den Behörden existiere die mutmaßlich eingreifende Mutter nicht, und die Polizei warnt vor der unkontrollierten Verbreitung solcher Meldungen. Sie hebt hervor, dass die Verbreitung von Fotos und Informationen über mögliche Täter die Persönlichkeitsrechte verletzt und zusätzliche Verunsicherung stiftet. In diesem Zusammenhang betont die Polizei die Bedeutung von Fakten und Klarheit in Krisensituationen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger nicht unnötig zu gefährden. Stuttgarter Nachrichten berichtet über die Lage.
Falschmeldungen – Ein weiter verbreitetes Problem
Die Vorfälle in Plüderhausen sind nicht einzigartig. Auch die Thüringer Polizei hat in den letzten Tagen vor Falschmeldungen zu vermeintlichen Kindesentführungen in sozialen Netzwerken gewarnt. Diese beunruhigenden Meldungen verbreiteten sich insbesondere am Dienstag und Mittwoch, als Gerüchte aufkamen, dass Unbekannte versucht hätten, ein Mädchen vor einem Kindergarten in Neuhaus am Rennweg und einen Jungen vor einer Schule in Lichte in einen weißen Transporter zu zerren. Die Polizei ermittelte, konnte jedoch keine Bestätigung für die Vorfälle finden, was die Warnungen der Behörden unterstreicht. In einem Fall hatte sich ein Kind lediglich vor einer Guy-Fawkes-Maske erschrocken, die in einem Fahrzeug hing. Die Polizei betont, dass das Teilen solcher Meldungen in privaten oder sozialen Chatgruppen unterlassen werden sollte, um unnötige Panik zu vermeiden. MDR berichtet darüber.
Ein Blick auf die wachsende Problematik von Fake News zeigt, dass junge Menschen oft unzureichend auf die Gefahren vorbereitet sind. Im Rahmen des Safer Internet Day am 11. Februar 2025 unter dem Motto „Keine Likes für Lügen“ wurde der Fokus auf die Bekämpfung von Desinformation in sozialen Medien gelegt. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) hat festgestellt, dass Falschmeldungen sich schneller verbreiten als wahre Informationen. Eine PISA-Studie ergab, dass nur 47% der Kinder und Jugendlichen in der Lage sind, die Qualität von Informationen gut zu beurteilen. Viele Schüler überprüfen Onlineinformationen nicht, bevor sie sie teilen. Besonders besorgniserregend ist das, da über ein Drittel der Jugendlichen dazu neigt, Nachrichten unreflektiert weiterzugeben.
Um dem entgegenzuwirken, setzt sich die BzKJ für eine bessere Medienbildung ein. Initiativen zur Durchsetzung der Kinderrechte im digitalen Raum sind besonders wichtig, um den jungen Nutzern ein sicheres Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Es wurde festgestellt, dass auch strukturierte Verfahren gegen digitale Angebote nötig sind, da es hier oft Defizite gibt. BzKJ fördert aktiv Maßnahmen gegen Desinformation.