Heute ist der 17.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die interessanten politischen Dynamiken zwischen Ungarn und den USA. Kürzlich besuchte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán Donald Trump, als dieser noch Präsidentschaftskandidat war. Orbán äußerte dabei, dass die Welt und Ungarn besser wären, wenn Trump zurückkehren würde. Trump wiederum bezeichnete Orbán als „großen Führer“, der weltweit respektiert wird. Dieser Besuch signalisierte, dass Trump unter den Staatslenkern nicht als Paria gilt und schaffte eine enge Verbindung zwischen den beiden, die auch von Außenminister Marco Rubio gelobt wurde. Orbán könnte Trumps Unterstützung benötigen, um den innenpolitischen Druck durch seinen Konkurrenten Péter Magyar zu mindern, insbesondere vor den Wahlen in Ungarn, die für April angesetzt sind. Dabei gibt es eine bemerkenswerte Unstimmigkeit: Während Ungarn Energieimporte aus Russland als unentbehrlich bezeichnet, kritisiert Trump die Europäer, die weiterhin auf russische Energiequellen angewiesen sind. [Quelle]
Ein zentrales Element dieser Beziehungen ist die Energiepolitik. US-Präsident Donald Trump gewährte Ungarn eine einjährige Ausnahme von Sanktionen auf russisches Öl und Gas. Diese Entscheidung fiel nach einem Treffen mit Orbán in Washington. Trump begründete die Ausnahme damit, dass Ungarn keine Seehäfen hat und es für Orbán schwierig sei, alternative Energiequellen zu beziehen. Orbán erklärte zudem, dass Ungarn eine vollumfängliche Befreiung von Sanktionen bezüglich der Erdgas-Pipeline Turkish Stream und der Erdöl-Pipeline Druschba erhalten hat. Die US-Regierung plant jedoch, im Oktober 2025 neue Sanktionen gegen russische Energiekonzerne zu verhängen, was auch sekundäre Strafmaßnahmen gegen Käufer wie Ungarn zur Folge haben könnte. [Quelle]
Die Auswirkungen auf die EU-Politik
Die Beziehungen zwischen Orbán und Trump werfen einen Schatten auf die europäische Energiepolitik und die gemeinsame Front gegen Russland. US-Senatoren forderten Ungarn auf, seine Abhängigkeit von russischer Energie zu reduzieren und sich an den EU-Plan zu halten, bis Ende 2027 auf russische Importe zu verzichten. Der Anteil der EU-Erdölimporte aus Russland sank von 29 Prozent im ersten Quartal 2021 auf zwei Prozent im zweiten Quartal 2025. Dennoch beziehen nur Ungarn und die Slowakei weiterhin große Mengen russischen Öls über die Druschba-Pipeline, während Orbán argumentiert, dass 90 Prozent der Heizenergie in Ungarn mit Gas gedeckt werden. Er warnt vor wirtschaftlichen Folgen, sollte russisches Öl kurzfristig wegfallen. Dies führt zu Spannungen mit anderen EU-Partnern, die Ungarns Haltung als Schwächung der gemeinsamen Linie kritisieren. [Quelle]
Die symbolische Unterstützung von Trump ist für Orbán besonders wichtig, insbesondere vor den bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn. Orbán sieht sich als engsten Verbündeten Trumps in der EU und hat enge Beziehungen zu Putin. Trump hat sogar angedeutet, dass er mit Orbán über eine Waffenruhe im Ukraine-Konflikt sprechen möchte. Diese geopolitischen Verflechtungen werden sicherlich die politischen Landschaften in beiden Ländern sowie die Beziehungen innerhalb der EU weiter beeinflussen. [Quelle]