Am 26. Oktober 2025 fand im Pfarrsaal der Gemeinde Leutenbach eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft“ statt. Die Veranstaltung, organisiert vom Kultur- und Förderverein e.V. Leutenbach in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung BA-FO-ERH e.V., wurde von Winfried Bürzle aus München moderiert.

Die Diskussion versammelte namhafte Experten: Stephan Raab, Digitalmanager des Erzbistum Bamberg, Christine Ulrich, Redakteurin und Medienethikerin beim Presseverband der Evangelischen Kirche Bayern, Michelle Heblik, Politikwissenschaftlerin am Bildungszentrum in Nürnberg, und Anja Miller, Leiterin des BR Franken und ehemalige ARD-Korrespondentin. Die Vielfalt der Themen spiegelte die Komplexität der Medienlandschaft wider.

Vielfalt und kritische Auseinandersetzung

Ein wichtiger Punkt der Diskussion war die Vielfalt der Medien als Chance für gesellschaftliche Diversität, wie Raab betonte. Dies ist in Zeiten von sozialen Medien wichtiger denn je. Ulrich plädierte für einen kritischen Blick auf Informationen. Gerade in sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok ist mediale Bildung entscheidend, um Jugendliche dazu zu befähigen, Informationen angemessen zu bewerten. Die Bundeszentrale für politische Bildung hebt hervor, dass Medienkompetenz nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch kritisches Denken umfasst, um mit der Informationsflut in digitalen Medien umzugehen.

Heblik wies auf die sozialen Medien als Plattformen hin, die glaubhaften Meinungsaustausch fördern können. Gleichzeitig verdeutlichte Miller die Bedeutung von Qualitätsjournalismus und den Aufwand, der betrieben werden muss, um die Echtheit von Informationen sicherzustellen. Das Publikum zeigte großes Interesse und brachte eigene kritische Beiträge ein, die leidenschaftlich diskutiert wurden.

Gesellschaftlicher Kontext der Medienbildung

In einem breiteren gesellschaftlichen Kontext ist die Debatte um Medienbildung und Medienkompetenz von grundlegender Bedeutung. Laut Landesmedienzentrum Baden-Württemberg ist Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation in der digitalisierten Gesellschaft. Der Bildungsbereich hat hierbei einen entscheidenden Einfluss. Studien belegen, dass die Medienkompetenz in Deutschland, besonders bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, im Durchschnitt niedrig ist.

Die Konzepte von Medienkompetenz und Medienbildung, die auf Dieter Baacke zurückgehen, werden genutzt, um Bildungsprozesse zu gestalten, die sich auf die Wechselwirkungen zwischen medialem und gesellschaftlichem Wandel konzentrieren. Dazu gehören verschiedene Aspekte wie Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung, die in der öffentlichen Diskussion jedoch oft noch wenig Beachtung finden.

Der Podiumsdiskussion folgten zahlreiche Gespräche, die das anhaltende Interesse am Thema bestätigten. Die Veranstaltung legte ein fundiertes Fundament zur weiteren Auseinandersetzung mit der Rolle der Medien in der heutigen Gesellschaft und der Notwendigkeit, Medienbildung in Schul-Lehrplänen zu integrieren. Der Dialog über die Herausforderungen und Chancen, die die Medien bieten, wird weiterhin von zentraler Bedeutung sein.