In Korb, einer kleinen Stadt in Baden-Württemberg, sorgt ein mutmaßlich psychisch gestörter Mann für Unruhe. Nach Ausschreitungen, die in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft stattfanden, wurde das örtliche Jugendzentrum geschlossen. Diese Vorfälle stehen im Zusammenhang mit einem 35-jährigen Mann, der in der Vergangenheit bereits negative Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Die Ausschreitungen wurden von Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft ausgelöst, was die Lage zusätzlich zuspitzte. Laut ZVW zeigen Recherchen, dass solche beunruhigenden Zwischenfälle kein Einzelfall sind und in der jüngeren Vergangenheit mehrfach in Korb beobachtet wurden.
Die Situation in Korb ist Teil eines größeren Problems, das in Deutschland beobachtet wird. Im Jahr 2024 wurden die Flüchtlingsunterkünfte häufiger zum Ziel von politisch motivierten Angriffen. So registrierte das Bundesinnenministerium insgesamt 218 Angriffe, eine signifikante Steigerung im Vergleich zu 167 Fällen im Jahr 2023, wie Tagesschau berichtet. Unter diesen Angriffen fanden auch 28 Gewaltdelikte statt, bei denen 14 Menschen verletzt wurden, darunter auch ein Kind.
Steigende Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte
Die Bundestagsabgeordnete Clara Bünger von der Linken äußerte ihre Besorgnis über die ansteigende Zahl von Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffen gegen Geflüchtete. Die neuesten Daten aus einer Studie des Deutschen Bundestages zeigen, dass die Zahl der politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlinge, die nicht in Unterkünften leben, zwar leicht zurückgegangen ist, auf 1.905 im Jahr 2024, jedoch zeigt der Trend besorgniserregende Vorzeichen. Die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich blieb bei 237, was an der anhaltend kritischen Situation nichts ändert.
Im dritten Quartal 2024 zeichnete sich zudem ab, dass die Zahl der politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlinge durch Nachmeldungen dreifach anstieg. Das Bundesinnenministerium warnte vor einer weiteren Erhöhung an Zahlen für 2024, da Meldungen aus dem vierten Quartal noch folgen werden. Auch die politisch motivierten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte wurden regelmäßig nachträglich nach oben korrigiert, was die Aussagekraft der Daten weiter verkompliziert.
Entwicklung der Angriffe in Deutschland
Ein Blick auf die Statistik veranschaulicht die wachsende Zahl an Angriffen: Zwischen 2016 und 2024 konnten stark ansteigende Zahlen festgestellt werden. Eine detaillierte Darstellung der erfassten Straftaten gegen Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte bietet ein Bericht von Statista, auf den sich der Deutsche Bundestag stützt. Die Übersicht zeigt die Zunahme der Übergriffe deutlich auf, insbesondere die brutalen Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Weitere Informationen sind in der Studie zu finden, die am 12. Mai 2025 veröffentlicht wurde und die Entwicklung bis 2024 umfasst. Der Zugriff auf die Daten ist weiterhin möglich unter Statista.
Die Vorfälle in Korb und die steigende Zahl an Angriffen auf Flüchtlinge werfen Fragen über den Umgang mit Fremden und die wachsende politische Radikalisierung auf. Die lokale Situation muss sorgfältig beobachtet und durch geeignete Maßnahmen angegangen werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern.