Dr. Thomas Fuchs, ein erfahrener Kinder- und Jugendpsychologe, kommt nach Schorndorf, um den Familien zu helfen, besser mit sozialen Medien umzugehen. In seinem Vortrag thematisiert er die Herausforderungen, die die digitale Welt für Eltern und ihre Kinder mit sich bringt. Fuchs, der über 30 Jahre in der Praxis ist und seit 25 Jahren in Schwäbisch Gmünd tätig ist, wird den Eltern von Teenagern wertvolle Einsichten geben, wie sie die Kommunikation mit ihren Kindern verbessern können.
Viele Eltern sind gegenwärtig verunsichert in der Erziehungssituation und stehen vor der Herausforderung, die Mediennutzung ihrer Kinder aktiv zu begleiten. In einer Zeit, in der Familien mehr Informationen zur Verfügung haben als je zuvor, ist es nie zu spät, eine gute Bindung zu schaffen, sagt Fuchs. Sein Ziel ist es, Familien zu stärken und sie dabei zu unterstützen, positive Medienkompetenz zu entwickeln.
Digitale Medien im Familienalltag
Die Nutzung digitaler Medien ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Familienalltags und beeinflusst die Kommunikation in vielen Haushalten. Dies wurde von Kommunikationswissenschaftlern wie Andreas Hepp und Uwe Hasebrink als „tiefgreifende Mediatisierung“ beschrieben. Diese Medialisierung umfasst verschiedene Aspekte, wie Differenzierung, Omnipräsenz und Innovationsdichte, die das Medienverhalten von Familien prägen, wie bpb.de berichtet.
Die Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zeigen, dass Familien oft neue Medientrends aufgreifen, um den Wünschen ihrer Kinder zu entsprechen. Kinder nutzen digitale Medien spielerisch und neugierig, während Jugendliche zunehmend soziale Medien verwenden. Dies führt dazu, dass Eltern aktiver in die Mediennutzung ihrer Kinder eingebunden werden.
Medienkompetenz als Schlüssel
Medienkompetenz ist heutzutage entscheidend für die Zukunftsperspektiven der Kinder. In den 1980er Jahren war das Fernsehen das zentrale Familienmedium; heute sind es auch digitale Kommunikationsformen wie Familienchats und soziale Netzwerke. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass fast alle Familien einen PC oder Laptop mit Internetanschluss besitzen und dass mobile Endgeräte weit verbreitet sind. KIM-Studien verdeutlichen, dass Kinder im Alter von etwa 10 Jahren häufig bereits Smartphones besitzen.
Allerdings bringen digitale Medien auch Herausforderungen mit sich. Phubbing, das Phänomen, bei dem Eltern auf ihre Handys schauen, während ihre Kinder um Aufmerksamkeit konkurrieren, kann die Eltern-Kind-Beziehung stark belasten. Fuchs warnt vor den negativen Folgen exzessiven Spielens und Binge-Watchings und plädiert dafür, Mediennutzung aktiv zu begleiten. Kreative Mediennutzung, wie das Erstellen von Musik oder Programmieren, hingegen zeigt positive Effekte.
Eltern sind aufgefordert, ihre eigenen Mediennutzungsgewohnheiten zu reflektieren und als Vorbilder zu agieren. Die gemeinsame Nutzung von Medien und Gespräche über die Inhalte sind essenziell, um Medienkompetenz in der Familie zu fördern. Angesichts der Herausforderungen durch Fake News und Cybermobbing empfiehlt es sich, einen Notfallplan für solche Situationen zu entwickeln.
Die Kombination aus Fuchs‘ psychologischen Einsichten und der Betonung von Medienkompetenz aus der Perspektive der Kommunikationswissenschaft wird Familien in Schorndorf helfen, einen gesunden und konstruktiven Umgang mit sozialen Medien zu finden. Dabei ist es wichtig, dass Eltern aktiv bleiben und die Mediennutzung ihrer Kinder nicht nur regulieren, sondern auch gemeinsam gestalten.